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Vernissage in der St.-Joseph-Kirche

Objekte schaffen Leichtigkeit

Münster

Sie erinnern an Pilzköpfe oder Quallen: Große Schirm-Installationen schweben zurzeit förmlich in der St.-Joseph-Kirche. Bei der Vernissage der Ausstellung erläuterte der Künstler Andreas Bee die Intention seines Werkes.

Von Wolfram Linke

Pastoralreferentin Susanne Kolter (v.l.), der Künstler Andreas Bee und Pfarrer Dr. Stefan Rau eröffneten am Sonntag die Rauminstallation in der St. Joseph-Kirche. Foto: Wolfram Linke

Susanne Kolter, Pastoralreferentin der St.-Joseph-Gemeinde, musste selbst schmunzeln, als sie erläuterte, welche Assoziationen bei manchen Besuchern der Rauminstallation des Künstlers Andreas Bee in der St.-Joseph-Kirche geweckt werden. „Quallen“ oder „Ballettröckchen“ etwa. Zunächst wirken sie indes erst einmal schutzgebend, geschmeidig und suggerieren Geborgenheit. Anlässlich der Vernissage am Sonntag begrüßte Pfarrer Dr. Stefan Rau zum Auftakt zahlreiche Kunstinteressierte und erinnerte daran, dass die leeren Wände in der Kirche auch immer Gelegenheit für etwas Besonderes wie Ausstellungen böten. Die Zeit dafür sei stets begrenzt, „in acht Wochen endet die Ausstellung“.

Kirchenmodell als Grundlage

Der in Düsseldorf lebende Künstler Bee gewährte Einblicke in das Entstehen und die Konstruktion seiner Kunst. Drei große Formen aus Eschenholz und chinesischem Papier schweben quasi in einer aufsteigenden Bewegung von West nach Ost durch die Mittelachse des Kirchenschiffs. „Das Raummaß“, so Bee, „ist ein entscheidender Faktor“. Vorab habe er also zunächst die Kirche ausgemessen und dann ein Modell gebaut, um eine präzise, für diesen Ort passende Installation zu schaffen. Die Grundkons­truktion aus Esche habe er selbst geschnitten und gebogen – „eine echte Sisyphusarbeit“, blickte Bee zurück. Auch das Papier stellte eine Herausforderung dar: Chinesisches Papier ist ungeleimt und hat dadurch den Vorteil, dass es, mit Wasser besprüht, sehr straff wird.

Bis zum 18. November

Erdacht, mitentwickelt und kuratiert wurde die Ausstellung von Susanne Kolter, die Andreas Bee bei der Ausstellungseröffnung auch nach seiner Intention fragte: „Wichtig war es, in der Konstellation der Dinge zueinander eine Leichtigkeit zu schaffen und damit den Raum zu bespielen“, betonte der 1959 in Bad Lippspringe geborene Künstler. Für ihn sei es zudem eine ungewöhnliche Aufgabe gewesen: „Die Ausstellungsart in einer Kirche ist ganz anders als in den sonst kleineren Räumen. Hier herrscht eine besondere Atmosphäre, die ein sehr meditatives Arbeiten erlaubt“, unterstrich Bee, der bereits unter anderem mit dem Bergischen Kunstpreis ausgezeichnet wurde. Die Rauminstallation in der St.-Joseph-Kirche an der Hammer Straße ist noch bis zum 18. November zu sehen.

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