1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Oliver Welke: „Würde jederzeit wieder nach Münster ziehen“

  8. >

Erinnerung an seine Studienzeit

Oliver Welke: „Würde jederzeit wieder nach Münster ziehen“

Münster

Seine Studienzeit in Münster liegt 30 Jahre zurück – am Montag kam Oliver Welke, Moderator der "heute-show" zurück an seine ehemalige Uni. Und dabei plauderte durchaus auch aus dem Nähkästchen.

Von Karin Völker

Oliver Welke (oben l.), Ex-Student der Uni Münster, war prominenter Gast des Jubiläums der „Stiftung WWU “ in der Aula im Schloss, wo er mit WWU-Sprecher Norbert Robers und der Medienwissenschaftlerin Dr. Lena Frischlich (unten l.) diskutierte. Später stellte er sich den Fragen von Studierenden im H1. Foto: Matthias Ahlke

Oliver Welke bestreitet nicht, in Münster auch „tatsächlich was gelernt“ zu haben. Der Journalist, Fußball-Reporter und Satiriker – vor allem bekannt als Moderator der Heute-Show im ZDF – hat seine Studienzeit von 1987 bis 1993 an der Universität Münster aber im Wesentlichen als „gemütlich“ in Erinnerung. Dazu soviel: „In der Examensprüfung saß der Professor in Badeschlappen und kurzer Hose, weil er direkt vom Aasee kam. Mehr Work-Life-Balance geht nicht“, so Welke, und weiter: „Ich würde da jederzeit wieder hinziehen.“

Dieses Zitat liefert Oliver Welke, prominenter Gast des nachgefeierten Jubiläums der „Stiftung WWU“, nicht vor der mit Ehrengästen voll besetzten Aula im Schloss oder im Hörsaal H1 vor Studierenden, sondern sogar schriftlich ab. Die WWU nimmt die Story vom „Prof in Badeschlappen“ als ehrenvollen Ritterschlag und hat sie gleich auf eine Postkarte drucken lassen.

„Ist es immer noch so geil in Münster zu studieren?“

Welke, das enthüllt ein hartnäckig fragender Student, saß seinerzeit gern im Biergarten Kruse Baimken, heute „Spatzl“. Er hat aber auch Fragen an die Studierenden: „Ist es immer noch so geil in Münster zu studieren?“ Antwort: begeistertes Gejohle. Im H1, wo es wie zuvor in der Aula im von WWU-Sprecher Norbert Robers moderierten Gespräch um „Fake News“ und Hassrede in Medien geht, entfaltet Ex-WWU-Student Welke, aufgewachsen in der „Mähdreschermetropole Harsewinkel“ dann den aus der Heute-Show bekannten Witz. Sein Kommentar zum größten Hörsaal der WWU: „Hier sieht’s immer noch so aus wie vor 30 Jahren – Weltkulturerbe.“

Welke boykottiert privat Social Media

Das Wiedersehen mit der alten Studienstätte entlockt Welke dann noch ein paar persönliche Details und Meinungen, die dem Fernsehpublikum nicht kundgetan werden. So boykottiert Welke etwa als Privatperson sämtliche Social-Media-Kanäle – und muss sich von seinem Vater schelten lassen, nicht bei „Whatsapp“ zu sein.

Apropos Boykott: Welke wird nicht bei der bevorstehende Fußballweltmeisterschaft in Katar Spiele moderieren und hat sich immerhin vorgenommen, „diese WM auch als Fernsehzuschauer zu boykottieren“.

Oliver Welke steht nach seinem Besuch im H1 bereitwillig für Selfies mit Studierenden zur Verfügung Foto: Karin Völker

Großen Respekt hat Welke vor den vielen ehrenamtlich Tätigen in der Kommunalpolitik, dem Fundament der Demokratie. Im Lokalen, nämlich in einer Lokalredaktion des Westfalenblatts, machte Welke im Sommerloch 1987 „ wertvolle journalistische Erfahrungen“ – lokale Berichterstattung zu beschränken sei „ein Denkfehler“, meint Welke. Er selbst bemerkt, sich jeden „Hasskommentar selbst hart erarbeitet“ zu haben: „Ich nehm‘s nicht persönlich“.

Am Schluss: Selfies mit den Studierenden

Für alle Fans seiner Heute-Show: Oliver Welke plant nicht, in deren Studio zu sterben, antwortet er auf eine Studenten-Frage. Aber länger als fünf weitere Jahre werde er die schon 14 Jahre alte Sendung nicht fortsetzen. Auch Welke, mittlerweile 56, wird eben nicht jünger.

Das Zusammensein gerade mit den Studierenden der WWU macht ihm sichtlich Spaß. Vor dem H1 posiert er bereitwillig für Selfies. Da muss die Limousine, die ihn wieder rüber ins Schloss zu den Ehrengästen fahren will, halt warten.

Startseite
ANZEIGE