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West-Östlicher Diwan

Orient und Okzident am Dom

Münster

Mehr Verschiedenheit wagen: Am Wochenende findet die vierte Auflage des West-Östlichen Diwans auf dem Domplatz in Münster statt. Geboten werden Kultur pur, ein thematischer Schwerpunkt und ein Highlight mit Promi-Faktor.

Von Pjer Biederstädt

Rund 500 Teppiche sollen am Wochenende erneut den Domplatz schmücken, wenn sich westliche und östliche Kulturen beim vierten West-Östlichen Diwan begegnen. Foto: Oliver Werner

„Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.” Das Goethe-Zitat hat auch rund 200 Jahre nach Veröffentlichung nicht an Aktualität eingebüßt und bringt den Charakter des West-Östlichen Diwans in Münster auf den Punkt.

Am 18. (20 bis 24 Uhr) und 19. September (16 bis 20 Uhr) veranstaltet das Eine-Welt-Forum Münster zusammen mit dem Aktionskünstler Thomas Nufer zum vierten Mal das interkulturelle Fest auf dem Domplatz. Dabei zeigen Menschen aus dem deutsch-westfälischen und arabisch-persischen Sprachraum, wie es sich am angenehmsten mit der Andersartigkeit des Nachbarn leben lässt.

Lewe liest jüdische Märchen und Legenden

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf Münsters Städtepartnerschaft mit Rishon LeZion. Westfälische Klänge mischen sich nicht allein mit arabisch-persischen, sondern auch mit israelischen. Deutsche Künstler bedienen sich zum Beispiel israelischer Musik, ein irakischer Musiker gibt mit seiner Gruppe jüdische Klezmermusik zum Besten. Und Oberbürgermeister Markus Lewe ist diesmal nicht nur Schirmherr: Zusammen mit Münsters ehemaligen Polizeipräsidenten Hajo Kuhlisch liest er am Sonntag (16 Uhr) aus jüdischen Märchen und Legenden.

Im vergangenen Jahr war der Diwan einer der wenigen Veranstaltungen, die trotz Pandemie stattfinden konnten – natürlich unter Auflagen. Verzicht auf Kulinarisches, begrenzte Teilnehmerzahl – das muss in diesem Jahr nicht mehr sein. Was bleibt? Der Eintritt ist frei, die Maske Pflicht.

Hauptsponsor weggebrochen

Das Land NRW, das die Veranstaltung drei Jahre finanziell unterstützte, habe sein Engagement beendet, berichtet Nufer. Dass die 500 Teppiche trotzdem den Domplatz schmücken, verdanke das Fest neuen und treuen Sponsoren. Die Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost und der Evangelische Kirchenkreis Münster gesellen sich zu den Förderern der Stadt Münster und der Dr.-Buhmann-Stiftung.

Mit etwas Glück bekommt der West-Östliche Diwan bald eine noch größere Bühne. Nufer sagt, das Fest sei als Programmpunkt für die Verabschiedung von Kanzlerin Angela Merkel in Berlin vorgeschlagen worden – Ausgang offen.

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