1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Partner für Lebenstraum

  8. >

Bessere Unterstützung für Menschen mit Behinderung

Partner für Lebenstraum

Münster

Viele Menschen mit Behinderung sind auf gesundheitliche Unterstützung angewiesen. Zwei gesundheitliche Beratungsstellen kooperieren jetzt miteinander, um ihren Klienten noch besser helfen zu können.

Von Jan-David Runte

Die Beratungsstellen Lebenstraum und UPD kooperieren jetzt miteinander. Foto: Jan-David Runte

„Mir geht es psychisch nicht gut. Welche Freizeitangebote gibt es für mich?“

„Ich bin Rollstuhlfahrer und möchte nach Münster ziehen. Wo bekomme ich Unterstützung?“ Diese und mehr Fragen wurden am Mittwoch beim offenen Café der Initiative Lebenstraum gestellt – die Antworten hatten die Vertreter von gleich zwei Einrichtungen mitgebracht: die Beratungsstelle Lebenstraum und die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD).

Beide Stellen wollen von nun an zusammenarbeiten. Der Start dieser Kooperation wurde offiziell gefeiert – mit Livemusik von Martje Saljé, der „Türmerin von Münster“. Das Café findet jeden Mittwochnachmittag statt.

UPD unterstützt bei rechtlicher Beratung

„Mit der UPD können wir jetzt auch bei rechtlichen Fragen auf einen Ansprechpartner verweisen“, sagt Tim Jödicke von der Beratungsstelle Lebenstraum. Diese dürfe nämlich keine Rechtsberatung durchführen.

Die UPD erhalte dazu jetzt eine feste Sprechzeit bei der Beratungsstelle Lebenstraum. Sie ist bei vielen gesundheitlichen Fragen die richtige Anlaufstelle. „Wir sehen uns als Lotse und Wegweise im Beratungssystem“, meint Linda Löwenstein von der UPD.

Je besser die verschiedenen Beratungsstellen untereinander vernetzt sind, desto besser könne den Menschen geholfen werden. „Wir freuen uns, zukünftig noch glücklichere Ratsuchende betreuen zu können“, meint auch Marcel Weigand von der UPD.

Die Kooperation angestoßen hatte die münsterische Direktkandidatin der Grünen, Maria Klein-Schmeink: „Ich habe mich schon häufiger mit den beiden Stellen beschäftigt und dann die Verbindung hergestellt.“

Die Beratung ist in beiden Stellen kostenlos. Finanziert wird die UPD vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen. Auch die Beratungsstelle Lebenstraum finanziert sich darüber – und zusätzlich aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Betroffene beraten Betroffene

Wer Beratung und Unterstützung für das Leben mit einer Behinderung sucht, ist bei der Beratungsstelle Lebenstraum an der richtigen Stelle: Dort werden Ratsuchende bei den unterschiedlichsten Fragen, die mit einer Behinderung einhergehen, beraten – von der Wohnungssuche über die Beantragung des Schwerbehindertenausweises bis hin zur psychosozialen Beratung.

Bei der Beratungsstelle Lebenstraum gibt es außerdem ein besonders Beratungskonzept. „Hier werden die Betroffenen von anderen Betroffenen beraten“, sagt Tim Jödicke. Er sitzt beispielsweise selbst im Rollstuhl. Auch die anderen vier Berater haben selbst eine Behinderung oder Kinder mit Behinderung.

„Wir haben hier immer das Gleiche durchgemacht“: Viele Menschen kämen zu Tim Jödicke und berichten, dass sie keine Unterstützung bekommen und niemand ihnen glaubt. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, ihnen zu glauben.“

Startseite