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Dominikanerkirche öffnet für Denkmaltag

Pendel schwingt ab Oktober wieder

Münster

Das Richter-Kunstwerk ist noch nicht wieder komplett, aber die Dominikanerkirche öffnet am Sonntag zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren. Zu sehen gibt es dort einiges.

Von Ralf Repöhler

Das dünne Seil hängt herab, aber die Metallkugel am Ende fehlt noch. Das Foucaultsche Pendel in der Dominikanerkirche ist noch nicht komplett. Dafür ist der sanierte Barockaltar zu sehen. Foto: Matthias Ahlke

Die umfangreiche Innensanierung hat länger als gedacht gedauert, die Kosten bleiben allerdings mit unter drei Millionen Euro offensichtlich im Rahmen: Die Dominikanerkirche öffnet am Sonntag (12. September) zum „Tag des offenen Denkmals“ erstmals nach eineinhalb Jahren wieder. Die Besucher können sich unter Baustellenbedingungen und mit Blick auf die aktuellen Corona-Vorgaben unter anderem den frisch sanierten Barockaltar ansehen, der am Donnerstag per Hubsteiger von seiner Staubschutzhülle befreit wurde. Gerhard Richters Kunstwerk „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ ist allerdings noch nicht komplett installiert. „Die großen Spiegel hängen zwar wieder an den Wänden, die Metallkugel allerdings fehlt noch“, sagt Projektleiter Mechthild Mantke vom städtischen Amt für Immobilienmanagement.

Physiker der Universität werden das Herzstück in den nächsten Tagen anbringen und den von ihnen entwickelten Motor unter der Bodenplatte wieder in Betrieb nehmen. Etwa eine Woche wird es danach dauern, bis sich die Metallkugel wieder eingependelt hat. Oberbürgermeister Lewe und andere planen gerade, wie die Wiedereröffnung unter Coronabedingungen vielleicht bereits im Oktober ausfallen kann. Der Wiederbeginn des Ausstellungsbetriebs ist für November vorgesehen.

Immer wieder Verzögerungen

Seit Anfang 2020 ist die Dominikanerkirche an der Salzstraße wegen der umfangreichen Innensanierung geschlossen. Immer wieder hatte es Verzögerungen gegeben. Mal stand die Baustelle wegen starken Schneefalls zwei Wochen still, mal fielen Handwerker wegen Corona aus, mal gab es Lieferschwierigkeiten. „Jetzt sind wir weitestgehend fertig und schneller als der Berliner Flughafen“, sagt Mantke. Die Sakristei ist aufgestockt worden, ein Anbau ist dazugekommen, um einen Catering- und Backstagebereich, Sanitäranlagen und Schließfächer zu schaffen.

Die profanierte Kirche soll auch als Konzertsaal dienen. Ende dieses Monats werden Lautsprecher für die Elektroakustik geliefert. Dann werden Orchester des Theaters und der Westfälischen Schule für Musik proben und Fachleute der RWTH Aachen vor Ort sein, um den realen Klang mit den Berechnungen abzugleichen.

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