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St.-Stephanus-Konflikt: Gemeindeausschuss wird durch Rücktritt aufgelöst

Pfarrei kommt nicht zur Ruhe

Münster

Der Pfarreirat von St. Liudger ist überraschend zurückgetreten. Damit eskaliert offenbar der Konflikt mit Vertretern der Teilgemeinde St. Stephanus nach der Versetzung von Pastor Laufmöller. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei nicht möglich, heißt es.

Von Lukas Speckmann

2016 kam die ehemals selbstständige Gemeinde St. Stephanus zur Pfarrei St. Liudger – behielt aber unter Pastor Thomas Laufmöller ein eigenständiges Profil. Laufmöllers Versetzung löste jenen Konflikt aus, der jetzt im Rücktritt des St.Liudger-Pfarreirats kulminiert. Foto: Gerhard H. Kock

Der Konflikt um die früher eigenständige Gemeinde St. Stephanus in der Aaseestadt kommt nicht zur Ruhe: Der Pfarreirat der Pfarrei St. Liud­ger – zu der St. Stephanus seit 2016 gemeinsam mit St. Anna, St. Ludgerus und St. Pantaleon gehört – ist am Mittwochabend zurückgetreten. Das gab das Bistum in einer Pressemitteilung bekannt.

Auf Anfrage der Redaktion erläutert Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, der seit März als Pfarrverwalter in St. Liud­ger fungiert, den Hintergrund: Durch den Rücktritt der Mehrheit seiner gewählten Mitglieder gebe es den Pfarreirat nicht mehr. Damit seien auch die weiteren Ausschüsse der Pfarrei aufgelöst – unter ihnen der Gemeindeausschuss St. Stephanus. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen diesem Gemeindeausschuss und dem Pfarreirat sei nicht möglich gewesen.

Umstrittene Homepage bleibt online

Damit ist der seit einem halben Jahr betriebene Vermittlungsprozess offenbar gescheitert. Der Konflikt hatte sich Ende 2020 an der Versetzung von St.-Stephanus-Pastor Thomas Laufmöller entzündet. Seitdem gab es in St. Stephanus unablässig Protest, koordiniert von der offenbar einflussreichen Gruppe „Stephanus 2.0“.

Die Weigerung dieser auch im Gemeindeausschuss vertretenen Gruppe, die von ihr betriebene Homepage zu löschen, habe letztlich zum Rücktritt des Pfarreirats geführt, so Weihbischof Zekorn: „Sie sind nicht bereit, kritische und rufschädigende Äußerungen über einzelne Personen von einer privaten Website zu nehmen oder sich für eine Löschung einzusetzen; sie stellen Sachverhalte in der Öffentlichkeit nachweislich falsch und polemisch dar.“

Ehrenamtliche ziehen sich zurück

Das habe letztlich dazu geführt, dass sich immer mehr Ehrenamtliche auch aus anderen Gemeindeteilen der Pfarrei zurückgezogen hätten, so die bisherige Pfarreiratsvorsitzende Dr. Claudia Korsmeier auf Anfrage. Für die im November anstehenden Wahlen hätten sich kaum noch Kandidatinnen und Kandidaten finden lassen. Darum habe der Pfarreirat ein Zeichen setzen wollen: „Es ist sehr traurig, dass es soweit kommen musste. Ich halte den Rücktritt aber für notwendig.“ Ehrenamtliche seien öffentlich angefeindet worden; dabei sei „ein gutes und vertrauensvolles Miteinander“ wichtiger denn je. Ein Sprecher der Gruppe erklärte auf Anfrage, dass die Abstimmung einer Stellungnahme noch einige Zeit in Anspruch nehme, dass man aber die Kritik an der Homepage nicht nachvollziehen könne.

Wie es nun in der Pfarrei St. Liudger ohne Pfarreirat weitergehen soll, lässt die Pressemitteilung offen. Solange es einen Pfarrer und einen Kirchenvorstand gebe, sei die Gemeinde handlungsfähig, erläutert Weihbischof Zekorn. „Zeitnah“ werde Bischof Dr. Felix Genn entscheiden, „wie die Beteiligung von Ehrenamtlichen an der Pastoral in St. Liudger weitergehen soll“. Eine Option wäre die Berufung eines Übergangsgremiums durch den Bischof.

Bereits im Juli hatte das Bistum bekanntgegeben, dass am 24. Oktober ein neues vierköpfiges Seelsorgeteam um Pfarrer Timo Holtmann in St. Liudger eingeführt wird.

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