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Kritik an Mobilitätspolitik der Stadt

„Pkw-Verkehr wird umweltfreundlicher“

Münster

Mit dem „Masterplan Mobilität“ will die Stadt Münster im Bereich Verkehr notwendige Maßnahmen beschließen, damit die Stadt das Ziel der Klimaneutralität erreicht. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion kritisiert die geplanten Maßnahmen scharf.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) kritisiert die Mobilitätspolitik der Stadt Münster. Foto: Oliver Werner (Archivbild)

Die Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Münster, Peter Börgel und Jan Leiße, kritisieren die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung zum Masterplan Mobilität, die am heutigen Mittwoch im Ausschuss für Verkehr und Mobilität beraten werden soll. Die MIT fordert „Investitionen statt Verbote“, um auf dem Weg zur Klimaneutralität den Individualverkehr aus der Innenstadt fern zu halten. Erforderlich seien zum Beispiel „citynahe Parkmöglichkeiten an allen Einfallstraßen“.

In der Pressemitteilung heißt es: „Die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen – Citymaut und Parkplatzabbau – sind Gift für die münsterische Wirtschaft. Münster lebt vom Umland und von den Pendlern, die Kaufkraft generieren, ihre Arbeitskraft in die Stadt bringen und über die Gewerbesteuer unseren Wohlstand sichern“, sagte der MIT-Vorsitzende Peter Börgel.

Da könne man nicht einfach die Stadt dichtmachen und das Auto wegdenken. „Münster als Oberzentrum einer ländlichen Region wird auch zukünftig einen sehr hohen Anteil an Pkw-Individualverkehr mit sich bringen.“

120.000 Pendler täglich

Für 120 000 Pendler täglich müsse die Stadt auch zukünftig mit dem Auto erreichbar sein. 45 dezentrale Gewerbegebiete seien nicht adäquat mit den ÖPNV zu bedienen.

Man müsse auch in Zeiten von Corona akzeptieren, dass viele Menschen weiterhin auf den Individualverkehr setzten und dass auch „der Pkw-Verkehr immer umweltfreundlicher“ werde. Dazu komme noch der stark wachsende Anteil an kleinteiligen Logistik- und Liefertransporten, der das städtische Straßennetz erheblich beanspruche.

Citymaut als falsches Signal

„Wir brauchen auch nicht ständig neue, teure Gutachten“ sagte Jan Leiße, stellvertretender Vorsitzender der MIT Münster. „Die früheren Verkehrskonzepte der Stadt hatten sehr gut die wachsenden Pendlerströme und den damit verbundenen Anstieg an Individualverkehr im Blick.“

Die Diskussion über eine Citymaut nannte er fahrlässig. Eine Citymaut sei das Signal an auswärtige Gäste und Kunden, „dass wir sie in Münster nicht haben wollen“, so Leiße.

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