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Medienhaus Aschendorff feiert Jubiläen

Plädoyer für starken Journalismus

Münster

Herzlichen Glückwunsch, Medienhaus Aschendorff! NRW-Ministerpräsident Armin Laschet unterstrich beim Jubiläumsfestakt die Rolle von Qualitätsmedien. Die Medienvielfalt müsse jeden Tag hart erarbeitet werden.

Ralf Repöhler

Die beiden Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Aschendorff, Dr. Benedikt Hüffer (l.) und Dr. Eduard Hüffer, begrüßten zur Feierstunde im digitalen Format auch die Zucchini Sistaz, die mit Swing unterhielten.  Foto: Jürgen Peperhowe

Der Landesvater zeigte sich angesichts des Dreiklangs der besonderen Jubiläen beeindruckt: 300 Jahre Haus Aschendorff, 75 Jahre Westfälische Nachrichten, 150 Jahre Münstersche Zeitung. „Kaum ein anderes Unternehmen verbindet große Tradition und zukunftsweisende Modernität auf so eindrucksvolle Weise“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet während des in Corona-Zeiten digitalen Festaktes zum 300-jährigen Jubiläum der Unternehmensgruppe Aschendorff. 300 Gäste aus Politik, Gesellschaft, Kirche und Wirtschaft hatten sich am Montagabend zugeschaltet.

Der „überaus weitsichtige Firmengründer“ Wilhelm Aschendorff habe bereits vor mehr als 300 Jahren um den Wert von Informationen gewusst. „Aus dem, was er 1720 in Münster grundgelegt hat, wurde ein bedeutender Buch- und Zeitungsverlag, ein modernes Medienhaus, das längst und immer stärker auch auf digitale Produkte und Dienstleistungen setzt“, sagte Laschet.

Beide Traditionszeitungstitel feiern Jubiläum

Der CDU-Bundesvorsitzende gratulierte der Unternehmensgruppe Aschendorff „zu dieser Erfolgsgeschichte über bemerkenswerte acht Generationen“. Das sei ungewöhnlich und eindrucksvoll. Laschet wünschte der Region, dass die Erfolgsgeschichte des bemerkenswerten Unternehmens noch über viele Generationen weitergehe.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gratulierte dem Haus Aschendorff zu seiner Erfolgsgeschichte. Foto: Daniel Bunge

Beide Traditionszeitungstitel feiern Jubiläum: WN und MZ informieren in Münster und im Münsterland über das lokale und das Weltgeschehen. Zuverlässig. Tag für Tag. „Solche Qualitätsmedien tragen dazu bei, dass die ländlichen Räume in NRW nicht als Provinz verschrieen sind“, so Laschet.

Die Medienvielfalt müsse jeden Tag hart erarbeitet werden. Laschet: „Im digitalen Wandel verändert sich auch die Mediennutzung. Es verändern sich die Medienmärkte und damit auch die Geschäftsmodelle.“

Gerade in der Pandemie zeige sich sehr direkt, wie grundlegend wichtig starker und freier Journalismus sei. Die Informationsflut zu Corona sei uferlos. Emotionen kochten hoch. Um so wichtiger seien unabhängige und solide recherchierende Journalisten. Sie ordnen ein, widerlegen „Fake News“, gehen gegen Desinformation vor, bieten Orientierung, schaffen Vertrauen. In unserer Gesellschaft kommt es darauf an, dass der Journalismus seine starke Rolle spielen kann, betonte Laschet.

In doppelter Bedeutung dem Wort verpflichtet

Wirklich gut sei die Nachricht, dass viele Menschen die etablierten Nachrichtenmedien im Corona-Jahr wieder stärker für sich entdeckt hätten. „Viele Menschen wissen, dass sie in traditionsreichen, qualitätsorientierten Medienunternehmen wie Aschendorff das finden, was sie suchen: Orientierung und verlässliche Informationen“, sagte Laschet.

„Dem Wort verpflichtet, Aschendorff 525 – Dankbarkeit, Verantwortung, Zukunft“: Im Motto der digitalen Feierstunde spiegeln sich die drei besonderen Jubiläen wider. Dr. Eduard Hüffer, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Aschendorff, bedauerte, dass in Corona-Zeiten keine große Präsenzfeier möglich war. „Die Digitalisierung führt uns zusammen, ein zukunftsweisendes Signal zu diesem besonderen Anlass“, sagte er.

Dr. Benedikt Hüffer, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Aschendorff, stellte das Wort als Kommunikationsmittel heraus, als Werkzeug zur Verbreitung von Informationen in den Medien von Aschendorff. „In der Tradition unseres Hauses bedeutet ,Wort‘ aber auch ,Wort Gottes‘. Eben das Wort, das, wie es zu Beginn des Johannes-Evangeliums heißt, „. . . am Anfang war“. Das Haus Aschendorff fühle sich in doppelter Bedeutung dem Wort verpflichtet.

Die Zukunft ist digital

Die Dankbarkeit des Medienhauses gelte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Leserinnen und Lesern, Geschäftspartnern, Vorfahren in der Geschäftsführung, den Gesellschaftern und Führungskräften. Verantwortung bedeute, das Unternehmen weiterzuentwickeln und den Herausforderungen anzupassen. „Auf die richtigen Trends zu setzen. Agil zu sein, ohne beliebig zu werden. Beweglich zu sein, ohne die eigene Seele zu verkaufen. Kundenorientierung, Kreativität und Geschwindigkeit – das war und ist Aschendorff“, sagte Dr. Benedikt Hüffer.

Die Zukunft ist digital. „Auch die digitale Zukunft ist auf verlässliche Informationen angewiesen“, betonte Dr. Eduard Hüffer. Das sei die zeitlose Maxime, die lokale und regionale Medienunternehmen in die Zukunft trage und antreibe.

Im Fall des Medienhauses Aschendorff „mit viel Freude und Zuversicht“, aber auch „mit Gottvertrauen und westfälischer Bodenständigkeit, mit Aufgeschlossenheit und Unternehmergeist“, so Dr. Benedikt Hüffer. „Wir bleiben, und das ist sicher, dem Wort verpflichtet.“

Udo gratuliert mit einem Bild

Der Meister hat gemalt. Keine Panik! Udo Lindenberg erhebt das Glas auf die Jubiläen im Medienhaus und wünscht, so wie Panik-Bassist Steffi Stephan, einen „happy Geburtstag“. Leserinnen und Leser, Geschäftspartner und bekannte Wegbegleiter gratulieren Aschendorff und den beiden Tageszeitungstiteln zu den besonderen Jubiläen. In eingespielten Videobotschaften unterstreichen sie während des Festaktes im digitalen Format ihre Verbindung zu den Zeitungen und dem Medienhaus. Bischof Dr. Felix Genn zeigt zwei Textausgaben, mit denen er als Gymnasiast gearbeitet habe. „Damals habe ich zum ersten Mal den Namen Aschendorff gelesen“, erinnert er sich.

Glückwünsche von prominenten Wegbegleitern

Steffi Stephan war fünf Jahre alt, als die WN das erste Mal über ihn berichteten. Damals war er Schützenkönig im Kindergarten. Für die Musikszene und den jungen Götz Alsmann war die Zusammenarbeit mit den Heimatzeitungen immer wichtig. 1973 wurde das erste Mal über Alsmann berichtet, als er bei einer Session dabei war. Wohlwollend – „leider vergaß der Journalist vorsichtshalber meinen Namen zu erwähnen“, so Alsmann.

Die studentische Gruppe, der Bundesminister a.D. Dr. Thomas de Maizière angehörte, bekam vom Aschendorff-Druckhaus die Reste riesiger Papierrollen zur Verfügung gestellt. „Darauf haben wir unsere Zeitung gemacht. Der Beginn meiner politischen Tätigkeit ist auf das Engste mit den WN und meiner Stadt Münster verbunden“, so de Maizière.

Wichtigkeit lokaler Nachrichten

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Springer-Vorstand Dr. Mathias Döpfner, ist „fasziniert von der Familientradition“. Für Sparkassen-Vorstandschef Markus Schabel „gehören die WN genauso zum Tag, wie Essen oder Zähneputzen“. 300 Jahre Aschendorff seien „300 Jahre Verbundenheit mit der Region, 300 Jahre Begleitung und Orientierung, 300 Jahre Verpflichtung gegenüber dem Wort“, sagt Schabel.

„Liebe Aschendörffer, 300 Jahre – unfassbar“, sagt Skate-Legende Titus Dittmann. „Ein tolles Jubiläum“, findet Coesfelds Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. „Ich bin stolz und dankbar, dass es sie gibt“, sagt Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. „Die beeindruckendste Schlagzeile“ war für Warendorfs Landrat Dr. Olaf Gericke „der Fall der Berliner Mauer“. Bundesumweltministerin Svenja Schulze unterstreicht die Wichtigkeit lokaler Nachrichten. „Umso wichtiger ist es, „dass Sie als Medienhaus der Leitlinie eines gut recherchierenden Journalismus treu bleiben“, sagt Regierungspräsidentin Dorothee Feller. Guter Journalismus werde dringender denn je benötigt.

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