Kommentar zur Corona-Lage in Münster

Plötzlich ohne Testpflicht: Die Notbremse greift nicht

Münster

Einkaufen ohne negativen Corona-Test? Das geht in Münster aktuell. Möglich macht das die Corona-Notbremse des Bundes, die bislang nicht greift. Ausgerechnet, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Ralf Repöhler

Mit Maske und Termin kann aktuell in Münster eingekauft werden. Foto: Klaus Meyer

Absurd: Da lässt der Bund die Muskeln spielen, ordnet eine Corona-Notbremse samt Ausgangssperre an, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Und dann führt dieses verschärfte Infektionsschutzgesetz zu Lockerungen bei Münsters Corona-Maßnahmen. . .

Wie bitte? Ja, in Geschäften kann seit Montag jeder (wieder) ohne negativen Corona-Test einkaufen! Vergangene Woche war der vorgeschrieben – wegen der Landes-Notbremse und Inzidenzen über 100 (nach Zahlen des Landeszentrums Gesundheit NRW). Jetzt gelten die Bundes-Notbremse und Zahlen des Robert-Koch-Institutes. Und die schwanken in Münster mal über, mal unter 100. Erst wenn der RKI-Wert drei Tage höher als 100 ist, greifen Bundes-Notbremse und Testpflicht (erneut).

Rolle rückwärts

Rolle rückwärts! Geht es so weiter, wird das unerwartete und vielleicht ja durchaus riskante Stückchen Freiheit kaum lange gelten. Wir machen ohnehin alles richtig, wenn wir uns so häufig wie möglich testen lassen.

Mal mit, mal ohne Test

Die Einzelhandelsgeschäfte können aufgrund der Inzidenzwerte und veränderter rechtlicher Rahmensetzungen von Bund und Land aktuell ohne Negativtest betreten werden (mit Termin!). In den vergangenen Wochen galten mehrere Öffnungsmodelle – mit Termin und mit oder ohne Test. „Das zerrt nicht nur an den Nerven der Betroffenen, sondern ist auch schwer händelbar“, sagt Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer.

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