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Ärger wegen Lärm, Wildpinklern und Müllbergen

Polizei-Bilanz: Feierwütige am Aasee „überwiegend ausgelassen und friedlich“

Münster

Die starke Präsenz von Polizei und Ordnungsamt am Aasee scheint sich zu bewähren: „Überwiegend ausgelassen und friedlich“, so die Behörden, feierten über 1000 junge Menschen am Mittwochabend und in der Nacht zum Feiertag. Viel Ärger mit Lärm, Wildpinklern und Müllbergen im Morgengrauen gab es dennoch.

Von Helmut P. Etzkorn

Auf den Aasee-Wiesen rund um die Kugeln gab es kaum noch ein freies Plätzchen. Foto: Helmut P. Etzkorn

Mittwochabend, 22 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang: Auf den Wiesen rund um die Kugeln gibt es kaum noch ein freies Plätzchen. Rund um Tapeziertische, durch LED-Lämpchen geschmückt und servierfertig bestückt mit Pappbechern voller Bier, geht die Party ab. Es sind exakt sechs Musikboxen, verteilt auf dem Gelände, die für einen enormen Schallpegel bis zur Annette-Allee und entsprechenden Frust bei den Anliegern sorgen.

An den Aaseetreppen beobachten rund ein Dutzend Mitarbeiter des Ordnungsamtes das Geschehen, Streifenwagen der Polizei kreisen um das Areal und sollen allen klarmachen: „Wir sind sofort da, wenn es Zoff gibt“. Von einer „hochaggressiven Grundstimmung“, die Polizeipräsident Falk Schnabel noch am vergangenen Wochenende am See erlebt hat, ist diesmal auch zu später Stunde wenig zu spüren.

Wie auf einem Laufweg der Ameisen geht es zwischen Aegidii-Trinkhalle und See zu. Die Schlange der Nachschubholer ist um Mitternacht rund 50 Durstige lang. Gekauft werden überwiegend und ausreichend Flaschen und genau die liegen dann am Morgen zwischen Pizzakartons und Papiertüchern zerbrochen auf dem Rasen. „Wir haben den Kiosk im Blick“, meint Ordnungsamtschef Wolfgang Heuer. Weil es der einzige Nahversorger für Alkohol in der Nacht ist, könnte dort schon bald „etwas passieren“.

Die Aasee-Wiesen am Fronleichnamstag. Foto: Helmut P. Etzkorn

Während das Ordnungsamt erste Wildpinkler aus den Vorgärten zieht und Anzeigen schreibt, ist der Verkehr auf der Annette-Alle um kurz nach Mitternacht quasi zum Erliegen gekommen. Selbst die drei hochmotorisierten Mercedes-Cabrios mit Gütersloher Kennzeichen können ihr Poser-Event nicht voll auskosten. Mehr als mal eben die Maschinen aufheulen lassen und dafür etwas Beifall von den Partygästen zu bekommen, geht nicht. Der Stau bremst die Gaspedal-Jünger aus. Auf dem Ausweich-Präsentierteller im Gewerbegebiet Amelsbüren überprüft die Polizei zeitgleich 45 Fahrzeuge aus der Raser- und Tuningszene, ein Wagen wird sichergestellt.

Um 2 Uhr dann eine kurze Aufregung. In Höhe Jugendgästehaus soll eine Frau in den Aasee gefallen sein. Die Feuerwehr rückt mit Tauchern an, inzwischen ist die Frau aber wieder wohlbehalten an Land. Ein 24-Jähriger, betrunken auf einem E-Scooter unterwegs, wird von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Weil er aggressiv ist, setzen die Beamten Pfefferspray ein.

Der Durst der Feiernden war offenbar immens. Foto: Helmut P. Etzkorn

Ansonsten bleibt es bei kleineren Verstößen, erst gegen 5 Uhr wird es ruhiger und zurück bleibt ein mit Müll übersäter Platz. Heuer: „Weil der Aasee ein dauerhaft genutztes Freizeitareal in den warmen Monaten bleiben wird, müssen wir schnell längerfristige Lösungen finden.“ Besonders die Toilettenfrage dränge sich auf. Auch die Absperrung von Flächen wie im vergangenen Jahr sei „kein Tabu“, so Heuer.

Die Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt sollen auch in den kommenden Tagen und Wochen „regelmäßig und intensiv sein“, kündigte Polizeichef Schnabel an.

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