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Haftbefehl

34-Jähriger versucht, Polizistin über Geländer im vierten Stock zu stoßen

Münster

Polizeieinsatz in Kinderhaus: Ein 34-jähriger Mann soll am Samstagmittag versucht haben, eine Polizistin über ein Geländer im vierten Stock zu stoßen. Nun ermittelt eine Mordkommission.

Polizisten wurden am Samstag zu einem Wohnhaus nach Münster-Kinderhaus gerufen. Vor Ort wurde der Einsatz vor allem für eine 27-jährige Polizistin gefährlich. Foto: dpa (Symbolbild)

Ein 34-Jähriger soll am Samstagmittag versucht haben, eine Polizistin über ein Geländer im vierten Stock eines Hauses an der Straße Im Moorhock zu stoßen. Eine Mordkommission unter der Leitung von Thomas Götze ist im Einsatz.

Einsatzkräfte waren laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft zuvor über den Notruf alarmiert worden, weil es einen lautstarken Streit in dem Haus gegeben haben soll. „Bisherige Ermittlungen zum Tathergang haben ergeben, dass die Schreie beim Eintreffen der Beamten aus der Partei im vierten Stock, die vom Treppenhaus nur über den Laubengang erreichbar ist, andauerten“, heißt es in der Mitteilung. Durch die geschlossene Tür sprachen die Polizisten die Personen an. Eine Frau soll daraufhin aus der Wohnung geschrien haben: „Verpisst euch! Ihr scheiß Drecksbullen! Fickt euch! Ihr dürft gar nichts!“

Mit erhobenen Fäusten auf Polizisten losgegangen 

Plötzlich sei der 34-jährige Tatverdächtige von der anderen Seite aus dem Hausflur in den Laubengang gekommen und habe die Beamten beschimpft. Die Frau in der Wohnung hätte infolgedessen die Tür geöffnet und sei mit erhobenen Fäusten auf einen 30-jährigen Polizisten zugegangen. Dieser habe den Angriff abgewehrt und die 35-Jährige zu Boden gebracht. Eine 27-jährige Polizistin hat ihn laut der Mitteilung bei der Fixierung der Angreiferin unterstützt.

Der 34-jährige Tatverdächtige sei daraufhin in Richtung der Einsatzkräfte gerannt und habe die 27-jährige Beamtin gegen das Geländer des Laubenganges gedrückt, sodass sie mit ihrem Oberkörper bereits darüber gelehnt habe und drohte, herunterzustürzen. Der Polizistin gelang es nach Angaben der Polizei eigenständig, sich aus der Situation zu befreien.

Schläge und Tritte gegen Polizeibeamte

Die Einsatzkräfte nahmen den 34-jährigen Tatverdächtigen und die 35-jährige Tatverdächtige daraufhin fest. Bei der Festnahme sollen die beiden die Beamten angespuckt und sich mit Schlägen und Tritten gegen die Maßnahme gewehrt haben.

Die Polizeibeamten haben laut der Mitteilung Pfefferspray eingesetzt. Die 27-jährige Polizistin wurde bei dem Einsatz leicht verletzt.

Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt

„Die Tathandlung des 34-Jährigen lässt darauf schließen, dass er die Polizistin über das Geländer gedrückt hat, um sie herunterzustoßen. Das deutet darauf hin, dass er zumindest mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt haben könnte“, erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Haftbefehl gegen 34-Jährigen und Zeugensuche

Ein Richter erließ am Sonntagnachmittag Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung gegen den 34-Jährigen. Der Beschuldigte hat sich bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. Auch gegen die 35-jährige Tatverdächtige wird unter anderem wegen des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Da der Laubengang von der Straße aus einsehbar ist, hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die möglicherweise Fotos oder Videos vom Tathergang gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0251/2750 bei der Polizei zu melden.

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