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Projekttag an der HSPV

Polizei-Schulungstag gegen Judenhass

Münster

Gegen Antisemitismus: Das Polizeipräsidium Münster und die Hochschule für Polizei und Verwaltung (HSPV) haben 200 ihrer Studierenden für dieses Thema sensibilisiert. Polizeipräsidentin Dorndorf verkündete eine klare Botschaft.

Gil Yaron, Leiter des NRW-Büros in Israel, hielt vor 200 Polizeistudierenden einen Vortrag. Foto: Pjer Biederstädt

Mit der Veranstaltung „Resilienz gegen Antisemitismus“ haben das Polizeipräsidium Münster und die Hochschule für Polizei und Verwaltung (HSPV) am Dienstag 200 ihrer Studierenden für das Thema sensibilisiert – mit Beiträgen hochkarätiger Redner.

Unter anderem hielten Dr. Gil Yaron, Direktor des NRW-Büros in Israel, und Julian Tsapir von der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem Vorträge vor dem Polizei-Nachwuchs. Sie beleuchteten unter anderem die Rolle der deutschen Polizei zu Zeiten des Nationalsozialismus und behandelten die Ursprünge und Hintergründe von Antisemitismus damals und heute.

Für die Festigung der Demokratie

Es sei ein gutes Signal, dass die Polizei das Thema Antisemitismus in der Ausbildung großschreibe, sagte Tsapir. Yaron betonte, dass eine Verstetigung des Themas in der Ausbildung begrüßenswert sei, vor allem vor dem Hintergrund der Ausbildungsoffensive des Landes. Es sei ein Baustein für die Festigung der Demokratie und im Kampf gegen antiliberale Tendenzen.

Veranstaltung "Resilienz gegen Antisemitismus" mit rund 200 Studierenden der HSPV Münster Foto: Pjer Biederstädt

Am Rande der Veranstaltung in der HSPV an der Weseler Straße betonte Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf die Bedeutung der in diesem Jahr geschlossenen Kooperation zwischen der Polizei Münster mit der Gedenkstätte Yad Vashem. Sie kündigte an, diese ausbauen zu wollen, etwa mit Besuchen des Polizei-Nachwuchses in Israel. „Die Polizei hat in der NS-Zeit keine rühmliche Rolle gespielt. Es liegt auch in unserer Verantwortung, dass das nie wieder passiert“, sagte Dorndorf.

Exkursionen nach Auschwitz

Im Curriculum der HSPV seien Seminare zur Sensibilisierung gegen jede Form von Extremismus obligatorisch, erzählte deren Leiter Christoph Keller.

HSPV-Dozentin Susanne Dittert erzählte, dass mit den Studierenden seit 2010 Exkursionen in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz unternommen würden. Nach dem Besuch wüssten sie, warum es beispielsweise wichtig sei, vor Synagogen Objektschutz zu betreiben.

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