Missbrauchsvorwurf

Polizisten und Vormund sagen aus

Münster

Ein 35-Jähriger aus Ostbevern ist unter anderem wegen schwerem sexuellen Missbrauch an einem elfjährigen Jungen angeklagt. Ob das Kind vor Gericht aussagen muss, ist noch unklar.

Björn Meyer

Wegen schwerem sexuellen Missbrauch an einem Kind wird derzeit am Landgericht Münster gegen einen 35-Jährigen aus Ostbevern verhandelt. Foto: Matthias Ahlke

Zweiter Prozesstag für einen 35-Jährigen aus Ostbevern, der vor dem Landgericht wegen des schweren sexuellen Missbrauchs eines heute elfjährigen Jungen in drei Fällen angeklagt ist. Die Taten sollen sich zwischen Dezember 2019 bis November 2020 ereignet haben. Bei dem Jungen handelt es sich um den Ziehsohn von Adrian V., dem Hauptangeklagten im Missbrauchskomplex Münster.

Der Mann aus Ostbevern ist zudem wegen des Besitzes und des Versendens kinderpornografischer Bilder und Videos angeklagt. Diesen Punkt hat er nach Informationen unserer Zeitung bereits gestanden. Auf die Anhörung eines bereits geladenen Zeugen, Empfänger der Nachrichten, soll daher verzichtet werden, wie am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit bekannt wurde.

Verhört wurden am Montag zwei Polizeibeamte, die den Elfjährigen nach den ersten Festnahmen im Missbrauchskomplex verhört hatten. Auch der aktuelle Vormund des Jungen wurde in den Zeugenstand berufen.

Unklar ist derweil, ob der Junge selbst vor Gericht aussagen muss. Ein schnelles Verfahren, wie sie bereits in einigen Fällen des Missbrauchskomplexes stattgefunden hätten, zeichne sich derzeit noch nicht ab, äußerte sich ein Gerichtssprecher gegenüber unserer Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 35-Jährigen auch Vergehen an einem weiteren Jungen vorgeworfen, diese Anklage wurde vor Gericht jedoch nicht zugelassen.

Nächster Prozesstag ist der 26. Mai.

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