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Plakat-Aktion und Demo am Samstag

Protest gegen „Tierversuche vor der eigenen Haustür“

Münster

Die Initiative „Ärzte gegen Tierversuche“ bezeichnet Münster als eine „Hochburg der Tierversuche“. Aus diesem Grund gibt es hier aktuell nicht nur eine Plakatkampagne gegen Tierversuche – am Samstag findet zudem ein Demonstrationszug durch die Innenstadt statt.

Von Martin Kalitschke

Die Initiative „Ärzte gegen Tierversuche“ hat im Stadtgebiet 90 Großplakate aufgehängt. Foto: Oliver Werner

Die Initiative „Ärzte gegen Tierversuche“ bringt ihr Anliegen im wahrsten Sinne des Wortes plakativ rüber: „Wussten Sie, dass in Münster schwangere Affen vergiftet werden?“ steht auf 90 Großplakaten, die aktuell im gesamten Stadtgebiet zu sehen sind. Und darunter, neben einem kleinen Affen mit herzerweichendem Blick, in dicken, roten Buchstaben: „Schluss mit Tierversuchen!“

„Münster ist eine Hochburg der Tierversuche“, so Dr. Kristina Bee vom Bundesvorstand der Initiative. Daher gebe es aktuell nicht nur diese Plakataktion. Die Botschaft der Aktivisten – „Tierversuche sind unmenschlich“ – steht auch auf drei Linienbussen der Stadtwerke. Zudem startet an diesem Samstag (12 Uhr) an der Stubengasse eine Demonstration durch die Innenstadt.

„Deutschlands größtes Affenlabor“

Bee betont, dass sich in Münster Deutschlands größtes Affenlabor befinde. Bei „Covance“ würden jährlich rund 2000 Affen „verbraucht“ – also getötet, wie sie erläutert. Tierversuche gebe es auch an der Universität und am Max-Planck-Institut. Bundesweite Lobbyarbeit für Unternehmen, die auf Tierversuche setzen, betreibe eine Werbeagentur im Hafen, sagt Bee.

200.000 Euro gespendet

Zuvor hatte die Initiative bereits in zehn anderen Städten eine Plakatkampagne präsentiert. In letzter Zeit, sagt Astrid Beckmann von der AG Münster, nehmen bundesweit die Tierversuche noch eher zu statt ab – eine Entwicklung, die die „Ärzte gegen Tierversuche“ unbedingt stoppen wollen. Wie Bee betont, handele es sich bei einem Drittel der Mitstreiter um Ärzte und Wissenschaftler, bei den anderen zwei Dritteln um „ganz normale Bürger“. Finanziert worden sei die Kampagne durch Spenden. Eine Stiftung habe 100.000 Euro zur Verfügung gestellt, der Betrag sei durch Mitgliedsbeiträge auf 200.000 Euro verdoppelt worden.

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