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Diskussion über den Zeitaufwand

Radeln nach einem Jahr Sperrung

Münster

Der Bohlweg ist fertig. Aber ist es angemessen, eine Straße ein komplettes Jahr zu sperren, um sie zur Fahrradstraße umzubauen?

Von Klaus Baumeister

Ein Jahr lang war der Bohlweg gesperrt, damit er jetzt als Foto: Matthias Ahlke

Ende gut, alles gut? Der Bohlweg präsentiert sich seit wenigen Tagen als gut ausgebaute, rot lackierte Fahrradstraße und wird auch gut angenommen.

Gleichwohl bleibt bei nicht wenigen die Frage offen, warum diese Baumaßnahme die Sperrung des Bohlweges für ein ganzes Jahr erforderlich machte. Insbesondere die Verlagerung des Busverkehrs wurde vielfach diskutiert und sorgte für Verärgerung.

Baut die Stadt zu aufwendig?

Andrea Blome, Vorsitzende des Verkehrsausschusses und Ratsfrau der Grünen, hat einen Verdacht: „Sobald Straßen und Wege betroffen sind, die überwiegend im Umweltverbund genutzt werden, dauert es gefühlt ewig.“ Bei der Sperrung einer „wichtigen Autoverbindung“, so ihre Kritik, würde die Stadtverwaltung „niemals so lange zusehen“.

Auch in anderer Hinsicht ist sie mit dem bisherigen Tempo beim Ausbau der Fahrradstraßen und Velorouten unzufrieden: „Die Stadtverwaltung favorisiert in der Regel aufwendige Bauarbeiten, statt einfache (Markierungs-)Lösungen umzusetzen. Das verlängert die Planungs- und Bauphasen natürlich entsprechend.“

Jeff Marengwa soll es richten

Stadtbaurat Robin Denstorff verweist unterdessen auf die vielfältigen Herausforderungen, denen man sich am Bohlweg habe stellen müssen. „Alle Anlieger mussten erreichbar bleiben“, nennt er einen aus seiner Sicht wichtigen Aspekt. Die Situation sei weitaus komplizierter und baulich anspruchsvoller gewesen als beispielsweise an der Goldstraße. „Es ging um mehr als rote Farbe.“ Bei dem nächsten großen Projekt, dem Umbau der Wilhelmstraße zur Fahrradstraße, sei der Aufwand geringer.

Gleichwohl räumt der Stadtbaurat ein, dass auch er insgesamt mit dem Tempo nicht zufrieden sei. „Das Baustellenmanagement muss mehr Ressourcen erhalten“, so sein Plädoyer. In dieser Hinsicht erhofft er sich sehr viel von Jeff Marengwa, der – aus Hamburg kommend – bald die Leitung des Amtes für Mobilität und Tiefbau übernimmt.

„Das Warten hat sich gelohnt“

Für den CDU-Verkehrspolitiker Walter von Göwels ist bei all den Überlegungen wichtig, dass Baumaßnahmen koordiniert werden. Wenn aus verkehrspolitischen Gründen bestimmte Baumaßnahmen erforderlich seien, müsse abgeklärt werden, ob man bei der Gelegenheit auch Versorgungsleitungen und Abwasserkanäle erneuern könne.

Zurück zum Bohlweg: Über die Zeit kann man laut Denstorff diskutieren, über das Ergebnis nicht: „Das Warten hat sich gelohnt.“

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