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Neuerung für den Radverkehr

Radeln nach Zahlen

Münster

Malen nach Zahlen kennt jedes Kind. Künftig kommt im Münsterland wohl Radeln nach Zahlen hinzu. Die Stadt Münster und alle vier Kreise haben sich in den Niederlanden etwas abgeschaut.

Von Dirk Anger

Im Kreis Borken sind schon erste Knotenpunkte zusätzlich beschildert. Foto: Münster-Marketing

65, 9, 56, 74, 28 und 83 – das sind nicht die Glückszahlen vom Wochenende, sondern die neuen Koordinaten für die Verbindung mit dem Fahrrad von Amelsbüren nach Sprakel, also quer durchs Stadtgebiet. Bis zum Frühjahr 2022 will die Stadt Münster das touristische Radwegenetz in der Domstadt neu beschildern – und zwar nach niederländischem Vorbild mit nummerierten Knotenpunkten an den Wegekreuzungen.

„Sich nach Nummern zu orientieren ist einfacher als nach Ortsangaben zu fahren“, sagt der städtische Verkehrsplaner Michael Milde. Künftig muss sich der Radwanderer also nur noch eine Zahlenkolonne merken, um seine Touren durch das Münsterland zu planen. Da es nämlich wenig Sinn machte, wenn nur Münster die Knotenpunkt-Beschilderung einführen würde, haben sich die Stadt und alle vier Münsterland-Kreise gemeinsam mit dem Münsterland e.V. auf die ergänzende Beschilderung verständigt. Damit wird das bisher genutzte großräumige Rundroutennetz mit den allerorts bekannten rot-weißen Schildern um ein leicht verständliches Knotenpunktnetz erweitert, wie es heißt.

Einheitliche Knotenpunkte in NRW

Die entsprechenden Kreuzungen werden künftig um „Knotenpunkthüte“ ergänzt, auf denen die jeweilige Nummer des Wegepunktes steht, wie Malte Konrad aus dem Fahrradbüro der Stadt berichtet – „das ist NRW-weit einheitlich“. So finden sich nach Konrads Angaben die Knotenpunkte schon im Ruhrgebiet und im kompletten Rheinland. Auch die Grafschaft Bentheim hat demnach bei der Ausschilderung für Radtouristen umgesattelt. Da drängt sich sich dieses Modell im Münsterland, das zu den beliebtesten Regionen für Radtouristen zählt, geradezu auf.

3500 Kilometer im Münsterland

In der Region geht es um immerhin 3500 Kilometer, die zum großräumigen touristischen Rundroutennetz gehören und in den kommenden Monaten zusätzlich als Knotenpunkten nummeriert werden. Im Stadtgebiet Münster zählen rund 160 Kilometer zu diesem Streckennetz für Radtouristen, das sich an landschaftlich schönen Wegen genauso wie an touristischen Highlights orientiert. Das sind ein Drittel der insgesamt 475 Kilometer an ausgeschilderten Wegen in Münster, die zum Radverkehrsnetz NRW zählen. Dessen rot-weiße Schilder bleiben mit der Einführung des Knotenpunktsystems in ihrer bisherigen Form und Routenführung bestehen, heißt es vonseiten der Stadt.

Kreis Borken hat schon angefangen

Radfahren nach Zahlen soll es den Touristen so einfach wie möglich machen. „Künftig braucht man nur noch eine Übersichtskarte: Nummerreihenfolge merken und losfahren“, sagt Malte Konrad.

Um eine verlässliche Nummerierung über Stadt- oder Kreisgrenzen zu garantieren, gibt es natürlich Absprachebedarf. Der Kreis Borken habe unterdessen bereits mit der Umsetzung der Knotenpunkt-Beschilderung begonnen, berichtet Verkehrsplaner Milde. In Münster ist dies im dritten Quartal geplant, heißt es. Schließlich wollen Stadt und Münsterland-Kreise im Frühjahr des nächsten Jahres das neue Knotenpunktnetz eröffnen.

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