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Mittwochsgespräch in der Villa ten Hompel

Rassismus vom NSU bis Halle

Münster

Rassistische und antisemitische Vorfälle scheinen beinahe ungebremst zuzunehmen. Rechtsanwalt und Strafverteidiger Alexander Hoffmann spricht in der Villa ten Hompel über Motive und Strukturen, die hinter dieser Entwicklung stecken.

Kundgebung bei der Abschlussveranstaltung des Tribunals „NSU-Komplex auflösen!“, das vom 3. bis 5. Juni im Staatstheater Nürnberg und an anderen Orten in Nürnberg stattgefunden hat. Foto: Villa ten Hompel

Am kommenden Mittwoch (16. November) steht beim Mittwochsgespräch in der Villa ten Hompel ein dunkles Thema bundesdeutscher Geschichte auf dem Plan: Um 19 Uhr spricht am Kaiser-Wilhelm-Ring der Rechtsanwalt und Strafverteidiger Alexander Hoffmann über staatliche und gesellschaftliche Defizite in der Auseinandersetzung mit antisemitischer und rassistischer Gewalt.

Denn die rassistisch motivierte Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und der antisemitische Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle sind nur zwei erschreckende Beispiele von Gewaltakten aus dem rechtsextremen, neonazistischen Milieu. Die Terrorakte richteten sich einerseits gegen Menschen und deren Umfeld, andererseits sind sie auch als Angriff auf die demokratische und liberale Gesellschafts- und Staatsverfasstheit der Bundesrepublik zu verstehen, heißt es in der Ankündigung.

Angriff auf die liberale Gesellschaft

Alexander Hoffmann vertritt Betroffene solcher Gewaltakte als Nebenklagevertreter. Er verteidigt einerseits in Strafverfahren und vertritt andererseits bundesweit Betroffene nazistischer und rassistischer Übergriffe als Nebenklagevertreter. Dabei ist es sein Ziel, Motive und organisatorische Strukturen aufzudecken, aus denen solche Straftaten ausgeführt werden, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Einschätzungen aus langjähriger praktischer Arbeit

Er wird über Beobachtungen und Einschätzungen seiner langjährigen engagierten Arbeit in zahlreichen Verfahren berichten: Warum gab und gibt es eklatante staatliche Defizite in der Präventions- wie Ermittlungsarbeit? Und was sind die Langzeitfolgen für Überlebende und Familienangehörige der Ermordeten?

Aber nicht nur der Staat ist gefordert, rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Grundeinstellungen und daraus resultierenden Straftaten entgegenzuarbeiten, sondern alle. Haben die Prozesse hier zu einer Sensibilisierung und zu einem gesellschaftlichen Umdenken geführt?

Teilnahme ist auch online möglich

Das Mittwochsgespräch findet in Kooperation mit dem Evangelischen Forum, dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, der Gesellschaft für Christlich-Zusammenarbeit Münster und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte statt.

Die Teilnahme ist auch online über Zoom möglich: https://us06web.zoom.us/j/89270524848?pwd=Ymtu R1VGYm5Ma3ZZZ2ZmcjhVcCtudz09, Meeting-ID: 892 7052 4848, Kenncode: 619258

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für die Teilnahme vor Ort wird um das Tragen einer medizinischen Maske gebeten.

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