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Bahn dünnt Angebot aus

Rat kritisiert neue Taktung für den Bahnhof in Albachten

Münster

Münsters Kommunalpolitiker sind parteiübergreifend verärgert darüber, dass der Albachtener Bahnhof abgehängt wird. Im Rat ging es hoch her.

Klaus Baumeister

Der Bahnhof in Albachten verliert einen gehörigen Teil seiner Verbindungen. Foto: Oliver Werner

„Das ist für Albachten eine Katastrophe.“ Mit diesen Worten beschrieb die SPD-Ratsfrau Ute Hagemann die aktuelle Ausdünnung des Bahnangebotes in Münsters Westen. Um mehr Fernverkehrszüge auf den Gleisen zwischen Gelsenkirchen und Münster fahren lassen zu können, wurde der 30-Minuten-Takt ab Bahnhof Albachten in einen 60-Minuten-Takt umgewandelt.

Da bei Fahrten ins Zentrum von Münster die Bahn gegenüber dem Bus einen klare Zeitvorteil biete, stehe jetzt befürchten, so Hagemann, dass viele Albachtener wieder aufs Auto umsteigen würden.

Personennahverkehr auf der "Verliererstraße"

Auch der CDU-Ratsherr Peter Wolfgarten thematisierte die aus seiner Sicht falsche Prioritätensetzung der Bahn: „Von zehn Fahrgästen am münsterischen Hauptbahnhof benutzen neun einen Nahverkehrszug.“

Einstimmig verabschiedete der Rat eine Resolution, die von den Parteien Grüne, SPD und Volt vorgelegt wurde und in der die aktuelle Entwicklung kritisiert wird. Darin heißt es: „Der Rat der Stadt Münster nimmt mit Befremden zur Kenntnis, dass mit dem ersatzlosen Auslaufen der bisherigen Rahmenverträge für SPNV-Trassen eine erhebliche Verschärfung der Situation eintritt.“ SPNV steht für schienengebundener Personennahverkehr.

An anderer Stelle heißt es, dass sich der SPNV im Konkurrenzkampf zwischen Fern- und Nahverkehr auf der „Verliererstraße“ befinde.

Zeitkontingente zu Gunsten des Fernverkehrs

In der Resolution wird unmissverständlich die Gefahr angesprochen, dass weitere Haltepunkte in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof von einer Ausdünnung des Angebotes betroffen sein könnten, so Hiltrup und Amelsbüren.

Sehr scharf wird in dem Papier auch der Umstand gerügt, dass die Bahn Zeitkontingente auf den Trassen zu Gunsten des Fern- und zu Lasten des Nahverkehrs frei gehalten halte, ohne dass geklärt sei, ob die Fernverkehrszüge auch tatsächlich fahren.

Gemeint ist damit der private Flixtrain, der die Genehmigung hat, ab dem 13. Dezember zwischen Hamburg und Köln zu pendeln, diese Genehmigung coronabedingt aber (noch) nicht nutzt.

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