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Musiker aus Münster

Robert Summerfield startet erstes Solo-Projekt: „Joni“

Münster

In Münster geboren und aufgewachsen, in Berlin und dem Jazz zuhause: Robert Summerfield.

Von Gerhard H. Kock

Der Münsteraner Robert Summerfield (r., hier mit Pianist Lars Duppler) hat seine erste Solo-CD veröffentlicht. Foto: Alex Lienerth

Mit seinem Elek­tro-Soul Projekt „Esches“ hat er schon über zwei Millionen Streams auf Spotify erreicht. Er schreibt für Musiker wie Marteria, und Nils Wülker, mit dem er auch mal in Münsters Jovel zu hören war. Diesen Sommer stellt sich Robert Summerfield mit eigenem Namen in die Öffentlichkeit. Zusammen mit Pianist Lars Duppler hat der Münsteraner „Joni“ produziert.

Warum Summerfield erst mit 34 Jahren unter eigenem Namen seine markante Stimme erhebt und dann ausgerechnet mit acht Songs der Ikone Joni Mitchell? Ein wenig liegen die Wurzeln in Münster. Sein amerikanischer Vater war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leibniz-Forschungsstelle, seine deutsche Mutter studierte auf Lehramt; am 10. Juli 1988 wird Robert Summerfield in Münster geboren, macht am Kant-Gymnasium sein Abitur. „Ich war in Münster musikalisch noch nicht so aktiv“, erzählt er, aber es habe immerhin mit 16 Jahren mal einen Schulauftritt gegeben. Er sei eher ein „Lone Wolf“ gewesen, habe für sich Lieder geschrieben, Bob Dylon, Crosby, Stills and Nash und eben Joni Mitchell gehört.

Jazz in Wien studiert

Der Münsteraner studiert Jazz am Konservatorium in Wien, macht sich mit Stilen wie Vintage-Soul und jazznahen Hip-Hop-Strömungen vertraut, stellt sich in den Dienst von arrivierten Musikern wie Nils Wülker (einem der erfolgreichsten Jazztrompeter- und Komponisten in Europa) oder dem Rapper Marteria, komponiert eigene Titel. Neugier auf Vielfalt halt: „Da geht die Welt auf, wenn man merkt, was musikalisch möglich ist.“

In seinen 20ern habe er viel hinter dem Vorhang gearbeitet. „Ein Jahr vor Corona habe ich entschieden: Ich möchte mit meinem Klarnamen in die Jazz-Richtung gehen.“ Er nutzt die Pandemie, um die „Discographie von Joni Mitchel komplett durchzuhören“, die Songs anzusingen und in diesem Riesenwerk diejenigen zu finden, die zu seiner Stimme passen, die Texte intellektuell zu verstehen, „worüber sie gesprochen hat“. Jetzt ist dieser Erstling fertig: „Joni“.

Regelmäßig auf Heimat-Besuch 

Es sind die lyrischen und lebensklugen Texte, die Summerfield mit seiner markanten Stimme interpretiert – eine Vocaljazz-Rezitation. Sein Lieblingsstück ist „Both sides now“, in dem Mitchell mit Mitte 20 bereits wie altersweise über Siege und Niederlagen ihres Lebens nachsinnt, sich ihre Illusionen vergegenwärtig.

Summerfield findet, dass Joni Mitchell zu unrecht im Schatten männlicher Lied-Dichter wie Bob Dylan und Leonard Cohen steht. „Ich wünschte, ich würde sie mal treffen.“ Zunächst einmal geht es für fünf Konzerte durch die Republik. Und seine Heimat? Ein Konzert gibt es hier vorerst nicht. Aber: „Meine Familie wohnt noch im Münsterland, und ich bin regelmäßig da.“

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