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Neue Tierart im Allwetterzoo

Rotluchse streifen durch Münster

Münster

Der Allwetterzoo Münster ist um eine Tierart reicher: Seit dieser Woche streifen Rotluchse durch das eigens für sie umgebaute Gehege. Mit dabei: Insgesamt 18 Birken, die ihr neues Zuhause möglichst natürlich gestalten sollen. [Mit Video]

Joel Hunold

Im Gegensatz zum Männchen zeigte sich das Rotluchs-Weibchen am Freitag schon der Öffentlichkeit. Foto: Oliver Werner

Noch sind die beiden Rotluchse, die seit neustem im Allwetterzoo Münster leben, etwas schüchtern. So zeigt sich das rund ein Jahr alte Rotfuchs-Weibchen bei der Eröffnung ihres neuen Geheges am Freitag zwar, gibt sich aber zurückhaltend. Kein Wunder: Schließlich ist sie erst in dieser Woche aus ihrem Heimatzoo im tschechischen Pilsen nach Münster gekommen und muss sich an ihr neues Zuhause gewöhnen. „Luchse sind allgemein sehr scheue Tiere“, erläutert Zookurator Marcel Alaze.

Das rund einen Monat ältere Männchen lässt sich erst gar nicht blicken und auch durch eine frische Futterlieferung nicht aus seinem Versteck hervorlocken. Er ist vor einem Montag aus Aschersleben nach Münster gekommen, hat seitdem hinter den Kulissen des Allwetterzoos gelebt und wohnt sei Montag im frisch umgebauten Gehege.

Nur fünf Wochen Planung

Für die neue Zoodirektorin Dr. Simone Schekha ist es trotzdem ein guter Tag. „Wir sind froh, dass wir die Tiere jetzt hier haben und wir den Gehege-Umbau in kurzer Zeit umsetzen konnten.“ Vor gerade mal fünf Wochen, berichtet sie vor den anwesenden Gästen, zu denen die CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland und Stadtkämmerin Christine Zeller zählten, sei mit der Planung und dem Umbau des alten Buntmadergeheges begonnen worden.

Der Umbau des nun 240 Quadratmeter großen Geheges habe laut des Zoos ungefähr 100 000 Euro gekostet. „Wir haben versucht, in der Anlage hier das natürliche Habitat der Rotluchse nachzustellen“, sagt Alaze. Dazu gehören auch Versteckmöglichkeiten, Rückzugsplätze und erhöhte Liegeplätze. Zudem seien insgesamt 18 Birken als Klettermöglichkeit verteilt worden.

Luchse zunehmend vom Aussterben bedroht

Rotluchse kommen ursprünglich aus dem nördlichen Teil von Nordamerika. Dort sind sie zwar nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht, doch ihr Lebensraum wird immer kleiner. Auch werden sie in manchen Bundesstaaten gejagt. Noch dramatischer ist die Situation in Europa. So ist der iberische Luchs, der ursprünglich aus Südeuropa kommt, laut Zoo-Kurator Marcel Alaze stark vom aussterben bedroht. Durch die neuen Rotluchs will der Allwetterzoo laut Alaze auch auf die allgemeine Gefährdung von Luchsen in der Natur aufmerksam machen. In Deutschland gibt es, neben dem Allwetterzoo, lediglich weitere drei Einrichtungen, in denen Rotluchs gehalten werden.

Männchen und Weibchen sind noch getrennt

Noch sind Rotluchs-Männchen und -Weibchen voneinander getrennt. Das neue Gehege ist in drei Bereiche eingeteilt. Links das Weibchen, rechts das Männchen, in der Mitte ein Gemeinschaftsbereich. Erst wenn die Katze rollig sei, werde der mittlere Bereich für beide geöffnet, damit sie sich aneinander gewöhnen können, so Alaze.

„Wir hoffen, dass wir hier für die Arterhaltung der Rotluchse jetzt eine gute Anlage haben“, führt er weiter aus. Und Schehka ergänzt, dass sie bereits in einem Jahr auf Nachwuchs bei den Tieren hoffe.

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