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Demonstrationszug vom Bahnhof zum Rathaus

Rund 200 Menschen fordern Maßnahmen gegen Folgen der Energiekrise

Münster

Unter dem Motto „Nicht mit uns! Wir frieren nicht für Profite“ hat am Samstagnachmittag ein Zusammenschluss von Gewerkschaften, politischen Parteien aus dem linken Spektrum, Verbänden und sozialen Initiativen in der Innenstadt demonstriert. Den Teilnehmern ging es in erster Linie um Maßnahmen der Politik gegen Auswirkungen der Energiekrise.

Von Klaus Möllers

Der Demonstationszug bewegte sich auch durch den Ludgerikreisel. Foto: Klaus Möllers

„Während die Regierung mit kleineren Hilfspaketen um sich wirft, ändert sich an der grundsätzlichen Verteilung nichts“, sagte Timo König, Mitorganisator des Bündnisses und Mitglied der Gewerkschaft Verdi auf Nachfrage. „Das obere Prozent der Bevölkerung wird in seinem Vermögen nicht wirklich angegriffen. Wenn angesichts der Verteuerung der Lebenshaltung alle im selben Boot sitzen, wie gesagt wird, müssen auch alle die Krise stemmen und nicht nur der große, breite Teil der Gesellschaft“, meinte er. Seines Wissens nach hätten „heute schon 60 Prozent“ der Bevölkerung keine Möglichkeit mehr, Rücklagen zu bilden. Gefordert wurden während der Demonstration unter anderem die „Abschöpfung“ großer Unternehmensgewinne, eine 1000-Euro-Soforthilfe für jene, die in Sachen Energie und Miete schlecht gestellt sind, und eine Verlängerung des Neun-Euro-Tickets.

Zusammengeschlossen hatten sich in dem Bündnis zum Beispiel der Deutsche Gewerkschaftbund mit mehreren Fachgewerkschaften, Verdi, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, die Jugendorganisation der SPD „Jusos“, die der Linken „SDS“, „Kaktus“ von den Grünen und die Partei Volt. Erstaunlich war, dass Gruppen teilnahmen, die programmatisch sonst eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben, etwa die Partei DKP und der Paritätische Wohlfahrtsverband.

Pia Dilling vom DGB-Stadtverband

Pia Dilling vom DGB-Stadtverband erklärte dazu: „Wir haben mit allen Gruppen zusammen Gespräche geführt – wichtig war, wo wir uns verständigen können und wo unsere Gemeinsamkeiten sind. Wir beschränken uns auf das, was wir gemeinsam wollen für ein gerechteres und soziales Münster“, sagte sie. Der Protest richte sich an Bund, Land und die Stadt.

Insgesamt beteiligten sich rund 200 Menschen an dem Protestzug. Foto: Klaus Möllers

Trotz der großen Bandbreite an Gruppen kamen geschätzt lediglich rund 200 Teilnehmer zu der Demonstration ab dem Hauptbahnhof über den Ludgerikreisel mit Zielort Rathaus, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. „Es ist die erste Aktion in dieser Zusammensetzung. Wir wollen weitere Zusammenkünfte dieser Art unternehmen und werden uns dafür noch mehr austauschen“, sagte Lisa Schlagheck von der Initiative „Münster Cares“.

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