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Westfälischer Friedenspreis

Rushhour im Rathaus: aufregende 45 Minuten vor der Feierstunde

Münster

Wenn der Internationale Preis des Westfälischen Friedens verliehen wird, dann geht es immer erst einmal in den Friedenssaal des Rathauses. Dort war am Samstagmorgen schon einiges zu erleben...

Von Klaus Baumeister

In der Bürgerhalle des historischen Rathauses begrüßten sich die beiden Preisträger Alexis Tsipras (r.) und Zoran Zaev. Foto: Matthias Ahlke

Unverhofft kommt oft. Ein Teil der Fotografen und Kameraleute hat am Samstagmorgen den Friedenssaal bereits verlassen, um zum Landesmuseum weiterzueilen, wo gleich die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens stattfinden soll.

Doch nach dem obligatorischen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Münster nehmen Preisträger, Laudatoren und Oberbürgermeister Markus Lewe für einen Moment die Masken ab und präsentieren sich – coronagerecht mit Abstand – zum Erinnerungsfoto.

Gedränge an der Eingangstür

Also Kommando zurück, Gedränge an der Eingangstür – und dann surren und klicken die Kameras.

Samstagmorgen, 9.15 Uhr in der Bürgerhalle des Rathauses: Dem eigentlichen Festakt, der im Fernsehen übertragen wird, geht ein Empfang im Friedenssaal voraus. Während die Polizei vor der Tür sichtbar Präsenz zeigt, stehen Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, die den Preis verleiht, und Hausherr Lewe in der Rathaustür.

Ein Ministerpräsident aus Nordmazedonien, ein ehemaliger griechischer Ministerpräsident und überdies auch noch der lettische Staatspräsident, eine solche Dichte an europäischen Spitzenpolitikern erlebt Münsters Rathaus nicht alle Tage.

Smalltalk im Minutentakt

Kenner des Protokolls bemerken sofort, dass Lewes Amtskette anders aussieht als sonst. („Richtig, dieses historische Exemplar trage ich nur an den Tagen der Preisverleihung.“) Der Smalltalk beim Empfang dauert jeweils nur einige Minuten, weil dann schon wieder die Nächsten kommen.

Die Zeit reicht, damit Zinkann kurz in die Rolle des Gästeführers schlüpfen kann und Preisträger Zoran Zaev die Besonderheit der drei Käfige am Turm der Lambertikirche erklärt. Lewe entschuldigt sich unterdessen bei Jana Reiter und Felix Finkbeiner von der ausgezeichneten Initiative „Plant for the Planet“ für das schlechte Wetter. Münster präsentiert sich halt so, wie man es kennt: Nieselregen, Wolken, dann mal wieder etwas Sonne. Unbeständig halt.

Auf der Jagd nach dem Foto ohne Maske

Fast wäre es den Fotografen schon in der Bürgerhalle des Rathauses gelungen, ein Foto aller Preisträger ohne Maske zu schießen. Aber bevor sich alle versammelt haben, eilt das Empfangskomitee schon wieder zur Tür: Der lettische Staatspräsident ist angekommen.

Münster-Werbeblock im Friedenssaal

Ansonsten sind es die kleinen Gesten, die in diesen Minuten zählen: Als Reiter und Finkbeiner einmal nicht so genau wissen, ob sie mit aufs Bild sollen, holt der griechische Ex-Regierungschef Alexis Tsipras sie hinzu.

Und OB Lewe erweist sich wieder einmal als Münsters lebende Werbe-Ikone. Als sich alle ins Goldene Buch eingetragen haben, schaut er auf die Uhr und hält fest: „Fünf Minuten haben wir noch.“ In diese fünf Minuten (genauer gesagt sind es zehn) packt er alles, was zu sagen ist: Münster als Studentenstadt, Prinzipalmarkt, Täufergeschichte, Skulptur-Projekte und nicht zu vergessen die vielen Banken, Behörden und IT-Dienstleister . . .

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