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Plädoyers im Prozess gegen Mutter von Missbrauchsopfer

Sabrina K. räumt zentrale Vorwürfe ein

Münster

Plädoyers im Missbrauchsprozess gegen Sabrina K.: Der Staatsanwalt fordert eine lange Haftstrafe für die Mutter des am häufigsten missbrauchten Jungen im Missbrauchsfall Münster. Kurz vorher gab es noch ein Teilgeständnis.

Von Dirk Anger

Sabrina K. aus Münster, hier zum Prozessauftakt, räumte am Dienstag Teile der Missbrauchs-Anklage ein. Foto: Oliver Werner

Sieben Verhandlungstage lang hat Sabrina K. aus Münster die eigentlich unfassbar klingenden Vorwürfe gegen sie abgestritten: Am Dienstag, kurz bevor die Plädoyers im Prozess vor dem Landgericht angesetzt waren, räumte die Mutter des am häufigsten vergewaltigten Jungen im Missbrauchskomplex Münster dann doch zentrale Punkte der Anklage ein.

Nach Angaben von Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus erklärte die 32-Jährige unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dass sie es ab Oktober 2019 für möglich gehalten habe, dass es zum Missbrauch ihres leiblichen Sohnes durch ihren Lebensgefährten Adrian V. kommen könne. Eine Trennung von ihm habe sie aber nicht geschafft, soll sie vor der achten Großen Strafkammer zu Protokoll gegeben haben.

Teilgeständnis vor den Plädoyers

Damit bestätigte Sabrina K. wesentliche Punkte der Anklage, die der Mutter des Hauptopfers im Missbrauchskomplex Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes durch Unterlassen vorwirft: Obwohl sie es für möglich gehalten haben soll, dass ihr Lebensgefährte den Jungen auf gemeinsamen Ausflügen der beiden missbrauchen könne, habe sie nichts zum Schutz des Kindes unternommen.

Hohe Freiheitsstrafe gefordert

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll die Mutter von diesen Missbrauchstaten schon seit Oktober 2018 gewusst haben, als Adrian V. ihr diese in einem gemeinsamen Urlaub gestanden habe. Diesen Zeitraum räumte Sabrina K. indes am achten Verhandlungstag nicht ein, sondern berief sich auf den Oktober 2019, als sie von der Situation Kenntnis erlangt haben will.

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren für die Mutter. Sie soll ihren Sohn bei einem gemeinsamen Dänemark-Urlaub auch ermuntert haben, eine sexuelle Handlung an Adrian V. vorzunehmen und beim späteren schweren sexuellen Missbrauch an ihrem Sohn zugegen gewesen sein. Weitere mitangeklagte Taten wurden indes fallen gelassen.

Urteil am 6. Oktober

Ein Verteidiger der Angeklagten hielt nach Gerichtsangaben eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren für die gestandenen Taten für angemessen, ein zweiter verzichtete auf ein konkretes Strafmaß. Das Urteil wird am 6. Oktober verkündet.

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