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Schauraum-Wochenende 2022 in Münster

Die Kunst wird wieder gefeiert

Münster

Für Wilhelmine Weichelt ist der Schauraum 2022 schon am Samstagnachmittag eine Veranstaltung mit bleibendem Wert. Die Münsteranerin ließ sich vom Konzeptkünstler Samuel Treindl auf dem Vorplatz des LVM-Turms ein individuelles Kunstwerk anfertigen.

Von Karin Völker

An der „Biegestelle Koldering“ hatte Künstler Samuel Treindl alle Hände voll zu tun. Foto: Oliver Werner

„Biegestelle Koldering“ war das Terrain benannt, wo das Versicherungsunternehmen am Samstag seine Kunstsammlung präsentierte und einen kleinen Strand aufgeschüttet und mit Liegestühlen möbliert hatte. Künstler Samuel Treindl hatte seine gewaltige, grell-orangerote Schraubzwinge installiert und bog für 25 Euro pro „Werk“ damit alles, was die Kunstfreunde ihm brachten. Den kleinen Blumeneimer aus Weißblech von Wilhelmine Weichelt genauso wie eine Wasserwaage oder ein Küchengefäß aus Chrom. Zum Beweis, nun ein Kunststück in den Händen zu halten, gab es für die neuen Besitzer der Konzeptkunst ein individuell angefertigtes Zertifikat.

Unterdessen öffnete nebenan auch Westlotto seine Kunstsammlung für Bescher und in der Innenstadt flanierten schon seit dem Vormittag Kunstinteressierte durch die Galerien. Für manche blieb es nicht beim Schauen. Monika Schäfer aus Telgte und ihr Mann haben in der Galerie am Spiekerhof ein Kunstwerk gekauft – ein Fall von „Liebe für den ersten Blick“, sagt das Ehepaar, die etwas später mit Familie und Freunden auf der „Müseumsinsel“ an der Pferdegasse eine Pause einlegen. Zeit für den ersten Aperol Spritz ist es hier an vielen Tischen – und das nicht erst seit dem Nachmittag. Schon während der Marktzeit war das neue Herzstück des Schauraums an der Pferdegasse bestens besucht – sanft beschallt vom Live-Jazz des Jürgen Bleibel-Trios. „Sehr schöne Atmosphäre hier“, meint die Münsteranerin Gunda Klöpping, die ebenfalls auf der „Müseumsinsel“ Halt gemacht hat: „Ein herrlicher Ort zum Entspannen abseits von der ziemlich trubeligen Innenstadt“, findet sie.

Am dortigen Info-Punkt zieht Dietmar Patterson, Chef der Agentur, die für die Stadt das Schauraum-Programm und die Werbung dafür konzipiert, eine erste Bilanz. „Führungen, Rundgänge und Bustouren waren sämtlich schon am Freitag ausgebucht“, sagt Patterson: In der vergangenen Woche hätten sich rund 12.000 Menschen auf der Internetseite des Schauraums informiert. „Das Interesse ist riesengroß“, sagt er.

Die Gruppen, die im Laufe des Nachmittags allmählich die bis auf wenige Ausnahmen kostenfrei zu besichtigenden Museen und Galerien füllen, geben ihm recht. Und Fritz Schmücker vom Münster-Marketing ist schon lange vor dem Abend, an dem mit der Eröffnung des Kunstwerks Himmelsleiter am Lambertikirchturm der Höhepunkt des Schauraums bevorsteht, hochzufrieden. „Die beiden neuen zentralen Plätze, die Müseumsinsel und der Apostelgarten, kommen sehr gut an“, sagt er. Am Freitagabend habe am Apostelgarten regelrecht Partystimmung geherrscht, als „DJanes“ dort auflegten. Die Kunst in Münster wird an diesem Wochenende wieder regelrecht gefeiert.

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