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Ordnungsamt soll dabei sein

Schrotträder: Stadt will Fahrradsammlungen begleiten

Münster

Dass Privatleute auf eigene Faust Schrottfahrräder vom Bürgersteig sammeln, ist zwar gut, aber rechtlich umstritten. In Münster sollte künftig immer jemand vom Ordnungsamt dabeisein, meint der Ordnungsdezernent.

Von Lukas Speckmann

Schrott oder nicht Schrott? Das ist hier ausnahmsweise nicht die Frage. Und trotzdem soll künftig ein Mitarbeiter des Ordnungsamts das letzte Wort haben, bevor ein solches Leezenwrack abgeschleppt wird. Foto: dpa Foto: dpa/Jens Kalaene

Die Fahrradsammelaktion der „Zukunftswerkstatt Kreuzviertel“ kann im Prinzip wiederholt werden; allerdings würde die Stadt künftig die Gesamtverantwortung übernehmen. Das teilte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer auf Anfrage des Ratsherrn Stefan Leschniok (CDU) den Ratsfraktionen mit.

Uniformierte Mitarbeiter des Ordnungsamtes sollten künftige Aktionen leiten. Nur so könne der Eindruck von „Kompetenzüberschreitungen“ durch die privaten Sammler vermieden werden; beim Abschleppen von Autos sei dies längst üblich.

Wie berichtet, war die erste Schrotträder-Sammlung im Kreuzviertel am 21. Mai vorzeitig durch die von Nachbarn alarmierte Polizei abgebrochen worden. Ob es tatsächlich zu unbefugtem Zugriff auf Privateigentum kam, ist laut Heuer nicht bekannt. Ein Anlieger hat nach eigenen Angaben Strafanzeige wegen Diebstahls gestellt.

Heuer: Ordnungsamt hat keine Ressourcen

Die Zukunftswerkstatt hatte vorab um Erlaubnis gebeten, gekennzeichnete, unverschlossene, am Straßenrand abgestellte Schrotträder sammeln zu dürfen. Dagegen hätte es „keine durchgreifenden rechtlichen Bedenken“ gegeben, so Heuer. Man habe die ehrenamtlichen Sammler über die Rechtslage informiert. „Eine aktive Beteiligung des Ordnungsamts ist mangels entsprechender Ressourcen ausgeschlossen worden.“

Wann eine weitere Aktion stattfinden kann, bleibt darum unklar. Personal, Geld und Lagerkapazitäten sind knapp: Der Fahrradkontrolldienst ist nach Heuers Angaben derzeit gar nicht in der Lage, gezielte Schwerpunktaktionen oder gar eine stadtweite Kontrolle von Schrotträdern durchzuführen.

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