Mini-Zelte und „Shelter-Suits“

Schutzausrüstung an Wohnungslose in Münster verteilt

Münster

Schutz bei Kälte, aber auch gegen Regen und Sturm im Sommer: Damit Wohnungslose widrigem Wetter besser widerstehen können, hat die Johanniter-Hilfsgemeinschaft multifunktionale Ausrüstung verteilt.

WN

Stephanie Schauff (links), Sebastian Schauff (mitte) und Dr. Christian Wilms (rechts)von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft mit den Shelterbag (links) und dem Sheltersuit (mitte und rechts). Foto: Johanniter-Hilfsgemeinschaft

Während des Kälteeinbruchs in der ersten Aprilhälfte war schnelle Hilfe gefragt. Als Schnee- und Hagelschauer wohnungslose Menschen in Münster überraschten, verteilten die Ehrenamtlichen der Johanniter-Hilfsgemeinschaft sogenannte „Shelterbags“. Darauf hat die Organisation jetzt in einer Mitteilung hingewiesen. Dabei handelt es sich um „Mini-Zelte“ des niederländischen Startups „Sheltersuit Foundation“ mit eingebauten Isomatten und Kopfkissen, die bei Bedarf mit Schlafsäcken genutzt werden können.

„Wir wollten den Menschen etwas in die Hand geben, das sie vor dem akuten Kälteeinbruch schützt, aber auch in Sommermonaten wertvoll ist, wenn es stürmt oder regnet“, erklärt Sebastian Schauff von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft, der das Projekt mit Unterstützung der Johanniter-Unfall-Hilfe umsetzt.

Winter-Parkas, die sich in Schlafsäcke verwandeln

Die Shelterbags sind wasser- und winddicht, außerdem atmungsaktiv und hochwertig gearbeitet. Tagsüber lassen sie sich – in ein handliches Format gebracht – einfach transportieren. Bereits mehr als 15 dieser schützenden „Mini-Zelte“ haben die Ehrenamtlichen bereits verteilt. In den kommenden Tagen wollen sie weitere Menschen versorgen.

Bis zum kommenden Winter möchte die Hilfsorganisation alle Wohnungslosen in Münster zusätzlich mit Winter-Parkas ausstatten – sogenannten „Sheltersuits“ – die sich mit wenigen Handgriffen in warme Schlafsäcke verwandeln lassen. Der Jungdesigner Bas Timmer von der Sheltersuit Foundation hat die multifunktionalen Wärmespender entworfen. „Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit mit den Münsteraner Johannitern“, so Timmer. „Jeder Mensch verdient Wärme, Schutz und Würde. Und nicht zuletzt geht es darum, Leben zu retten.“

„Sheltersuits“ in Berlin und Münster im Einsatz

Seine Produkte haben ein modisches Design, ein besonders wichtiger Faktor, der einer Stigmatisierung Wohnungsloser vorbeugt. Timmer und seine Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen – neben Berlin ist Münster die zweite deutsche Stadt, die das niederländische Startup mit der multifunktionalen Schutzausrüstung versorgt.

Seit rund fünf Jahren setzt sich die Johanniter-Hilfsgemeinschaft gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe für Wohnungslose ein. Der Fokus der Hilfsorganisationen liegt auf Menschen, die von anderen Einrichtungen nicht versorgt werden und aus ganz unterschiedlichen Gründen bei Wind und Wetter nicht in Sammelunterkünften, sondern in Hauseingängen, auf Parkbänken oder unter Brücken übernachten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Unterkünfte voll besetzt sind oder Wohnungslose ihre Hunde nicht dorthin mitnehmen dürfen.

20 Menschen in Münster betroffen

„Im Moment schlafen in Münster rund 20 Menschen dauerhaft draußen. Vor allem wenn die Nullgradgrenze unterschritten wird, kann das für sie lebensgefährlich sein“, sagt Sebastian Schauff.

Im Team der Johanniter-Hilfsgemeinschaft machen sich Menschen aller Altersklassen stark für Wohnungslose. „Unsere Projekte sind auf Spenden und helfende Hände angewiesen.“ Sein Ziel ist es, dass bis zum nächsten Winter jeder Wohnungslose in Münster warm und trocken schlafen kann

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