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Diözesankomitee zum Missbrauchsgutachten

„Auch Laien haben sich schuldig gemacht“

Münster

Rund eine Woche nach der Vorstellung einer umfangreichen Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Münster hat sich nun die Laien-Organisation zu Wort gemeldet. Das Diözesankomitee zeigt sich betroffen von den Vorfällen – und sieht die Verantwortung nicht allein bei den Hauptamtlichen.

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Am 13. Juni 2022 nahm Felix Genn das Gutachten der Uni-Historikerkommission in Empfang. Foto: Oliver Werner

Mit deutlichen Worten hat das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster auf die neue Studie der Universität Münster zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche reagiert.

„Wir sind beschämt und können nur erahnen, wie sehr diese Verbrechen sich in die Körper, Herzen und Seelen der Kinder und Jugendlichen eingebrannt und ihr Leben beeinflusst haben“, schreibt der Zusammenschluss der organisierten Laien auf Bistumsebene in einer Pressemitteilung.

Verantwortung nicht allein bei den Hauptamtlichen

In der Studie werde deutlich, dass es neben den Missbrauchspriestern, die tätlich geworden sind, Bischöfe und Leitungsverantwortliche im Bistum Münster gegeben habe, die von den Taten wussten. „Sie haben nicht reagiert und vertuscht“, kritisiert der Verband.

Doch das Diözesankomitee sieht die Verantwortung nicht allein bei den Hauptamtlichen: „Rückblickend ist es für uns mehr als unverständlich und nicht akzeptabel, dass oftmals auch Laien wussten, dass Kinder und Jugendliche von Priestern missbraucht wurden und dennoch nicht gehandelt haben“, erklärte die Vorsitzende Brigitte Lehmann.

Video „Nach Missbrauchsgutachten: Bischof Genn bezieht Stellung“ in Kooperation mit dem WDR

Laienvertretung will bei Aufarbeitung helfen

„So wurden weder Leitungsverantwortliche des Bistums informiert noch die Justiz eingeschaltet. Es wurde geschwiegen und gedeckt und somit weiterhin Missbrauch ermöglicht. Dadurch haben sich auch Laien schuldig gemacht“.

Die Laienvertretung will bei der Aufarbeitung helfen – und betont, dass neben Kindern auch Erwachsene betroffen seien. „Wir erwarten, dass diese Aspekte auch aufgearbeitet werden.“

Bischof Genn loben die Laien ausdrücklich für seinen Reformwillen: „Es ist ermutigend, dass er sich auch weiterhin mit ganzer Kraft für die Anliegen des Synodalen Weges einsetzen wird.“

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