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Lesung am Sonntag in der Synagoge

"Sie alle waren Nachbarn"

Münster

Die jüdische Gemeinde pflanzt zur Erinnerung an den Kriegsbeginn eine Friedensrose. In einer Lesung am Sonntag (22. August) um 15.30 Uhr wird zudem versucht, mehr als nur die Daten der Verfolgung und Ermordung wiederzugeben.

Else und Miriam Goldenberg lebten in der Schulstraße 19. Foto: Spuren Finden e.V.

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Die jüdische Gemeinde pflanzt zur Erinnerung an den Kriegsbeginn eine Friedensrose und bringt eine Gedenktafel an. Sie ist den Menschen gewidmet, die im Nationalsozialismus ausgeschlossen, entrechtet, verfolgt und ermordet wurden.

In der Synagoge wird an Münsteraner erinnert, die Opfer der rassistischen antisemitischen Vernichtungspolitik wurden: Leo Steinweg, der 1932 zum katholischen Glauben konvertierte, gelang 1938 mit seiner Frau die Flucht in die Niederlande. 1941 von einer deutschen Nachbarin verraten, wurde er verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. Margarethe Wangemann, die zum evangelischen Glauben konvertierte, wurde in der Volkszählung 1939 als „Volljüdin“ registriert. Sie starb, 61 Jahre alt, 1943 im Ghetto Theresienstadt.

Mirjam Goldenberg war vier Jahre alt als sie mit ihren Eltern Else und Siegfried Goldenberg zusammen mit 390 anderen rassistisch als „jüdisch“ diskriminierten Menschen am 13. Dezember 1941 von Münster aus in das KZ Riga in Lettland deportiert wurde. Als sie ermordet wurde, war sie 7 Jahre alt. Ihre Eltern überlebten die KZ und kehrten nach dem Krieg nach Münster zurück. Dort bauten sie die jüdische Gemeinde wieder auf.

In einer Lesung am Sonntag (22. August) um 15.30 Uhr wird versucht, mehr als nur die Daten der Verfolgung und Ermordung wiederzugeben. Der Verein „Spuren finden“ und die Jüdische Gemeinde Münster laden alle Interessierten ein.

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