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Debatte über Feuerwerk

Krach um Böller und Raketen

Münster

Sollte der private Gebrauch von Raketen und Böllern an Silvester besser verboten werden? Eine Umfrage zeigt: Die Meinungen gehen weit auseinander, das Thema polarisiert.

Die Meinungen, ob an Silvester weiter Feuerwerk frei verkauft werden sollte, gehen unter unseren Lesern weit auseinander, wie eine Umfrage zeigt. Foto: Matthias Ahlke

Nachdem in der jüngsten Silvesternacht – nach dem zweijährigen Verkaufsverbot – wieder reichlich Feuerwerk abgebrannt wurde, flammte die Debatte um ein Böllerverbot wieder auf. Deshalb haben wir unsere Leserinnen und Leser gefragt, was sie von einem Verbot halten und sie zur Abstimmung aufgerufen.

In einer nicht repräsentativen Umfrage auf dem Instagram-Kanal unserer Zeitung haben 1146 Teilnehmer (77 Prozent) für ein Böllerverbot gestimmt, 336 (23 Prozent) dagegen.

In den zahlreichen Leser-Zuschriften und Kommentaren unter den Social-Media-Beiträgen ergibt sich ein differenzierteres Bild.

Verbot hilft nicht gegen Gewalt

Für Hartmut Janssen sind Böller und Raketen nicht die Ursache für Gewalt gegen Rettungskräfte. Dagegen helfe ein Verbot eher weniger, schreibt er. Anders sei das bei Lärm- und Umweltbelastung sowie Verletzungen durch Feuerwerk. „Die Frage ist, was man alles verbieten will. Flugreisen sind auch umweltschädlich.“ Er schlägt große öffentliche Feuerwerke vor, dazu die Erlaubnis für optisches Feuerwerk für den Privatgebrauch („von mir aus auch verteuert“), und ein Verbot der klassischen Böller.

Auch Jürgen Beck meint, dass ein Böllerverbot kein geeignetes Mittel gegen Gewaltausbrüche sei: „In Berlin wurden auch Feuerlöscher, Flaschen und Steine geworfen. Brauchen wir daher ein Verbot von Feuerlöschern, Flaschen und Steinen? Nein! Wir brauchen eine konsequente Verfolgung und harte Bestrafung der Täter.“

Ähnlich sieht es Carolin Singer: „Hier wird nun stetig am Symptom herumgedoktert und die Ursache aus den Augen verloren. Die Diskussion wird moralgeschwängert geführt – falscher Ansatz für Neuerungen bei Rechtsgrundlagen.“

Luna Lou

Frank Weber ist ebenfalls dagegen, generell Feuerwerk an Silvester zu verbieten. „Allerdings sollten Böller verboten werden, also kein Verkauf, und die Preise für Raketen und Batterien spürbar erhöhen“, fordert er.

Evelyn Dittmann umtreibt die Verletzungsgefahr beim Böllern und schlägt einen „kleinen Böllerschein“ – also eine Eignungsprüfung vor dem Verkauf – vor.

In die lange Riege von Befürwortern eines Verbots reiht sich Luna Lou ein, weil viele Menschen zu Schaden kämen, viel Müll entstünde, die Feinstaubbelastung steige und Tiere gestört würden. Wie Silvester heutzutage ablaufe, habe „überhaupt nichts mehr mit Tradition zu tun“, kommentiert sie.

Birgit Hinterding ist für ein generelles Verbot von Böllern und Raketen. Ebenfalls aus Tierschutz-Gründen: „Ich habe Stunden mit meinem total panischen Hund in meinem Wohnungsflur ohne Fenster verbracht“, teilt sie mit.

Verbote müssen auch durchgesetzt werden können

Für ein komplettes Verbot spricht sich auch Dennis Pinkhaus aus, gibt aber zu bedenken, dass dann viele ihr Feuerwerk im Ausland kaufen würden, was unter Umständen gefährlicher sei. Roger Frank ergänzt: „Verbote müssen auch durchgesetzt werden (können).“

Facebook-Nutzer Trendy Andy ist für ein Verbot im privaten Bereich. „Ich persönlich finde Böllern echt schrecklich, unnütz und schlimm.“ Er würde ein öffentliches Feuerwerk bevorzugen. „Eine Lasershow wäre auch eine tolle Alternative“, kommentiert er. Für ihn ist „eine drastische Preiserhöhung der erste Lösungsweg“. Unverständlich sei für ihn, dass in vielen Bereichen über erhöhte Preise gejammert werde, für Feuerwerk aber so viel Geld ausgegeben werde.

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