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FH-Studenten entwerfen Fahrradlicht mit Ortungssystem

Smartes Rücklicht erleichtert Fahrradsuche

Münster

Das kennen wohl viele Münsteraner: im Dunkeln das eigene Fahrrad wiederfinden müssen. Studierenden der FH Münster haben jetzt ein Fahrradlicht entwickelt, dass dieses Problem lösen könnte. Und auch die Verfolgung von Fahrraddieben wäre denkbar.

Felix Weissberg, Frank Lenfert, Christian Tapken und Simon Ebbers (v.l.) haben ein smartes Fahrradrücklicht mit Ortungssystem entwickelt. Das Foto ist entstanden, bevor die Schutzmaßnahmen zum Coronavirus kamen. Foto: FH Münster/Jana Schiller

Frische Luft, Bewegung, klimafreundlich – Fahrradfahren hat viele positive Aspekte und macht den Drahtesel zu einem beliebten Fortbewegungsmittel. Eine Produktidee von sechs Masterstudierenden der Elektrotechnik und Informatik der FH Münster hilft dabei, sein Fahrrad schnell unter vielen wiederzufinden, heißt es in einer Mitteilung der Fachhochschule.

Im vergangenen Wintersemester haben Nico Hartwich, Tobias Jansen, Christian Tapken, Frank Lenfert, Felix Weissberg und Simon Ebbers in der Veranstaltung „Embedded Systems“ ein smartes Fahrradrücklicht mit Ortungssystem entwickelt. Über eine Webseite kann sich der Nutzer den Standort seines Rads anzeigen lassen, zusätzlich blinkt das Rücklicht hell auf.

Fahrraddynamo liefert den Strom

Der Prototyp arbeitet wie alle Produkte, die in der Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Peter Glösekötter entwickelt wurden, mit der Funktechnologie „LoRaWAN“. Ihre Vorteile: Die Reichweite beträgt bis zu 40 Kilometer, das Funkmodul verbraucht wenig Energie, und die Nutzung des Netzwerks ist kostenfrei.

Ein GPS-Sensor überträgt zusätzlich den Standort des Fahrrads und ermöglicht dem Nutzer, die zurückgelegte Route nachzuverfolgen. Foto: FH Münster/Jana Schiller

Die Technologie eignet sich somit gut, um kleine Datenmengen jenseits von lokalen Netzwerken und W-LAN zu übermitteln. Neben dem LoRaWAN-Modul haben die Studierenden ihr „LoraLight“, wie sie ihr Produkt genannt haben, mit einem GPS-Sensor ausgestattet. Ein Mikroprozessor steuert alle Bauteile, der Fahrraddynamo liefert den nötigen Strom.

Gehäuse aus dem 3D-Drucker

Optisch unterscheidet sich LoraLight kaum von handelsüblichen Rücklichtern. Allein die Antenne und die Dicke des Gehäuses verraten, dass hier etwas mehr Technik drinsteckt. „Das Gehäuse haben wir selbst entworfen und mit einem 3D-Drucker hergestellt, damit genügend Platz für unsere Platine ist“, erklärt Tapken. „Wir haben uns dabei bewusst an den Maßen eines normalen Reflektors orientiert. Die Idee ist, das bisherige Rücklicht am Fahrrad ganz einfach durch unser smartes Rücklicht auszutauschen.“

Über eine Webanwendung kann der Nutzer das Rücklicht ansteuern, sodass es blinkt. Foto: FH Münster/Jana Schiller

Während die drei Elektrotechnikstudenten vor allem für die Hardware zuständig waren, haben die drei Informatikstudenten der Gruppe die Webseite programmiert. „Die Anwendung ist auch für mobile Endgeräte geeignet“, sagt Weissberg. „Der Nutzer kann nicht nur sein Rücklicht aufblinken lassen und den Live-Standort ermitteln, sondern auch die zurückgelegten Kilometer zählen und seine Route verfolgen.“

Fahrraddiebe aufspüren

Über einen Account lassen sich außerdem mehrere Nutzer registrieren, sodass beispielsweise alle Räder einer Familie erfasst werden können. Durch die unterschiedlichen Funktionen hilft LoraLight nicht nur bei der Fahrradsuche auf überfüllten Stellplätzen. Auch ein Fahrraddieb lässt sich schnell verfolgen und aufspüren.

Vorerst planen die Studierenden nicht, ihr smartes Produkt an den Markt zu bringen. Einer der beiden Prototypen ist erst einmal bei Tapken privat im Einsatz. Er ist für seine Masterarbeit nach Aurich gezogen, wo das LoRaWAN-Netz gut ausgebaut ist. Ein zweites Rücklicht bleibt im Labor für Halbleiter-Bauelemente und Bussysteme von Glösekötter und soll eventuell von Studierenden weiterentwickelt werden.

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