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„Vision 2030“

AWM wollen eine Stadt (fast) ohne Müll

Münster

Münster soll zur „Hauptstadt der Müllvermeidung“ werden. Dieses Ziel gab am Donnerstag der Betriebsleiter der Abfallwirtschaftsbetriebe, Patrick Hasenkamp, bei der Präsentation der „Vision 2030“ aus.

Von Martin Kalitschke

Stellten die „Vision 2030“ der AWM vor: (v.l.) Daniel Schaschek (Initiative „Leihothek“), Manuela Feldkamp (AWM), Ludger Steinmann (AWM-Betriebsausschuss, SPD), Christian Wedding (stellvertretender Betriebsleiter) und Patrick Hasenkamp (Betriebsleiter). Foto: Oliver Werner

Wie jede Vision geizt auch die „Vision 2030“ der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) nicht mit großen Worten. In den kommenden Jahren soll Münster zu einem „Leuchtturm der Müllvermeidung“, ja, gar zu einer „Hauptstadt der Müllvermeidung“ werden, so AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp am Donnerstag. Dazu passend ist das Betriebsgelände plakatiert worden. „Wir werden eine Hauptstadt der Abfallvermeidung“, steht auf einem riesigen grünen Plakat.

Grün? Genau – das Unternehmen geht nicht nur mit einer neuen Optik, sondern auch mit einem neuen „Claim“ (Slogan) an die Öffentlichkeit: „Alle wirken mit“ – AWM.

Abfallmenge muss "deutlich sinken"

So viel zu den Äußerlichkeiten. Was haben die Abfallwirtschaftsbetriebe konkret vor? Weniger Abfall und eine noch bessere Wertstoffverwertung, betont Patrick Hasenkamp. „Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen die Gesamtmenge und die Restabfallmenge deutlich sinken. Pro Kopf 25 Prozent weniger Restabfall im Vergleich zu 2021 ist ein Ziel, das wir alle gemeinsam realistisch bis 2026 erreichen können“, so Hasenkamp.

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Und weiter: Wenn Abfälle anfallen, sollten es sortenrein getrennte Wertstoffe guter Qualität sein, so dass Kreisläufe durch optimale Verwertung geschlossen werden. Abfall vermeiden, um irgendwann abfallfrei zu sein: Das ist der Weg, den die AWM beschreiten wollen.

Aktuell 416 Kilo Müll pro Person

Aktuell fällt freilich noch eine Menge Abfall an. 131.710 Gewichtstonnen wies die Abfallbilanz der AWM für 2021 aus – 416 Kilogramm pro Kopf, davon 118 Kilogramm Restabfall und 54 Kilogramm Bioabfall. Wie Hasenkamp berichtet, landen zehn Kilogramm Bioabfall nach wie vor in der Restmülltonne. „Das sind verschwendete Ressourcen.“

Aus Bioabfall lasse sich Biogas erzeugen, eine alternative Energiequelle, die nicht zuletzt angesichts der drohenden Gasmangellage von großer Bedeutung sei. Zudem sei das Endprodukt Kompost „ein echter Klimaschützer für Landwirtschaft und Gärten“.

Angebote zur Müllvermeidung ausweiten

Um ihre Ziele zu erreichen, wollen die AWM bestehende eigenen Angebote zur Müllvermeidung als auch die von Kooperationspartnern erweitern. So soll das Serviceangebot der Recyclinghöfe ausgebaut werden – an der Eulerstraße, aber auch in den Stadtteilen.

Daneben sollen die Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, den (von vielen bereits beschrittenen) Weg mit den Abfallwirtschaftsbetrieben (weiter) mitzugehen. Schließlich wollen die AWM mit einer neuen Webseite und mit Werbekampagnen im öffentlichen Raum für ihre Vision werben.

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