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Corona-Inzidenz über 50

Stadt Münster reagiert mit Maskenpflicht und Sperrstunde

Münster

Auch der 50er Grenzwert ist überschritten: Die 7-Tage-Inzidenz in Münster liegt laut Erhebungen des Landeszentrums Gesundheit nun bei 62,2 Fällen je 100.000 Einwohnern. Deshalb hat die Stadt Münster weitere Maßnahmen ergriffen.

Ralf Repöhler

Es besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auf einigen Straßen in Münsters Innenstadt. Foto: Matthias Ahlke

Jetzt ging es ganz schnell. Erst kippte die 35er Marke, dann der 50er Grenzwert. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Münster am Sonntag bei 62,2 Fällen je 100 .000 Einwohner. Die Stadt reagierte darauf am Wochenende mit zwei Allgemeinverfügungen, die ab Montag beziehungsweise Dienstag in Kraft treten. Sie sehen unter anderem eine Maskenpflicht tagsüber in der Innenstadt sowie eine Sperrstunde ab 23 Uhr vor. „Die aktuelle Corona-Situation ist beinahe wie im März. Auch die Zahl der Schwer- erkrankten nimmt zu“, warnt der städtische Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer.

Die Sieben-Tagessumme der Neuinfizierten habe sich von 101 am Freitagmorgen auf 196 am Sonntagmorgen nahezu verdoppelt. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg von 155 am Donnerstag auf 276 am Sonntag. Ein einziger großer Hotspot steckt nicht dahinter.

Feste sind nur noch mit zehn Personen erlaubt

Die Maske wird ab Dienstag überall im Stadtbild zu sehen sein: Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist in der Zeit von 8 bis 20 Uhr Pflicht auf Prinzipalmarkt, Michaelisplatz, Rothenburg, Königsstraße (zwischen Marievengasse und Rothenburg) einschließlich Picassoplatz und Adolph-Kolping-Platz, Hötteweg, Marievengasse, Ludgeristraße (zwischen Verspoel und Klemensstraße), Salzstraße (im Bereich der Fußgängerzone), Bolandsgasse, Julius-Voos-Gasse, Windthorststraße (zwischen Klosterstraße und Ludgeristraße), Stubengasse, Heinrich-Brüning-Straße, Syndikatplatz, Platz des Westfälischen Friedens, Gruetgasse, Klemensstraße, Klarissengasse und Beginengasse. Die Maskenpflicht entfällt für Radfahrende in den für den Radverkehr zugelassenen Bereichen während der Fahrt.

Die Jüdefelderstraße und die Münzstraße, wo sich abends und vor allem am Wochenende viele Feiernde treffen, hat die Stadt zusätzlich mit in die Allgemeinverfügung aufgenommen. Dort muss in der Zeit von 20 bis 5 Uhr ebenfalls Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Die eingeführte Sperrstunde im Stadtgebiet besagt, dass der Gastronomiebetrieb und der Verkauf von alkoholischen Getränken zwischen 23 und 6 Uhr verboten ist. Feste sind nur noch mit zehn Personen erlaubt.

Heuer rät Erstsemestern zur Zurückhaltung

Ab Donnerstag sind Veranstaltungen, Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 500 Personen im Freien oder mehr als 250 Personen in Innenräumen unzulässig. Für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen muss der Stadt vorab ein Hygienekonzept vorgelegt werden. „Alle Maßnahmen dienen der Reduzierung von Kontakten und dem Infektionsschutz. Dies sollte jeder in seinem privaten Umfeld durch Eigenverantwortung und Rücksichtnahme ergänzen“, sagt Heuer.

Bereits ab Montag gilt, dass eine Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitz- oder Stehplatz in geschlossenen Räumen bei Konzerten, Aufführungen und sonstigen Veranstaltungen sowie als Zuschauer von Sportveranstaltungen getragen werden muss. Bei Veranstaltungen muss immer ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Personen gewährleistet sein.

Krisenstabsleiter Heuer geht davon aus, dass die Stadt Münster im Laufe der Woche weitere Maßnahmen festlegen wird. Er rät zum Beispiel den Verantwortlichen in der Vereinslandschaft dazu, sich über Kontaktreduzierungen Gedanken zu machen. Die Stadt nimmt auch die Religionsgemeinschaften in den Blick.

Den Erstsemestern rät Heuer zur Zurückhaltung bei der beginnenden Orientierungswoche. „Das herkömmliche Programm dürfte so nicht möglich sein“, sagt er.

Viele Verstöße

Mit so vielen Mängeln in Münsters Gastronomie hat die Stadt nicht gerechnet. Das Ordnungsamt hatte in der Nacht zu Samstag zahlreiche Kneipen und Restaurants in der Innenstadt kontrolliert und stellte in zwölf von 20 Gaststätten Verstöße gegen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung fest. Anzeigen und Bußgelder sind die Folge. Drei Betriebe – das „Mocca D‘or“, das „Fiu“ und das „Cafe del Popolo“ an der Rothenburg – wurden laut Stadt aufgrund erheblicher Hygiene- und Sicherheitsmängel noch in der Nacht bis auf Weiteres geschlossen. Fehlender Spuckschutz, nicht eingehaltener Mindestabstand und fehlerhafte Kontaktlisten finden sich unter anderem auf der Mängelliste. Die Geschäftsführung habe sich laut Stadt uneinsichtig und sogar aggressiv gezeigt. Mitarbeiter seien nicht über die Infektionen von vier Kollegen informiert worden. In den nächsten Tagen wird die Höhe des Bußgeldes festgelegt. Die Betreiber müssen ein Konzept vorlegen, wie sie die Missstände beseitigten wollen. -rr-

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