Sechster Corona-Fall in Münster

Stadt sagt Send ab und hält am Wochenmarkt fest

Münster

Für den Wochenmarkt arbeitet die Stadt noch an einer Regelung, der Frühjahrssend war jedoch nicht zu halten: Er wurde am späten Dienstagnachmittag von der Verwaltung abgesagt. Der Landeserlass betrifft zudem auch die Sportveranstaltungen der großen Vereine in Münster.

Ralf Repöhler

Auf den Send-Spaß müssen die Münsteraner in diesem Frühjahr verzichten, denn die Veranstaltung wurde abgesagt. Foto: Matthias Ahlke

Die Stadt Münster sagt den Frühjahrssend, der am kommenden Samstag auf dem Schlossplatz beginnen sollte und zu dem an neun Tagen insgesamt eine halbe Million Besucher erwartet wurde, wegen eines möglichen Infektionsrisikos durch das Corona-Virus ab. „Wir hatten keinen Handlungsspielraum. Das ist sehr bedauerlich für die Schausteller“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe angesichts restriktiverer Landesvorgaben.

Hintergrund ist der Erlass des Landes NRW von Dienstagnachmittag, dass örtliche Behörden Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern grundsätzlich absagen müssen. „Hätten wir einen lokalen Entscheidungsspielraum gehabt, hätten wir am Send festgehalten“, so Lewe.

Existenzbedrohung für Schausteller

Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes, Arno Heitmann, hatte eine Absage mit Blick auf die fehlenden Einnahmen nach der langen Winterpause als Existenzbedrohung für die 200 Schausteller bezeichnet. „Wir teilen diese tiefe Sorge. Das nimmt uns mit“, sagte Lewe.

Der Wochenmarkt auf dem Domplatz am Mittwoch und die Märkte in den Stadtteilen können trotz des Erlasses aus Düsseldorf, der klare Vorgaben für den Umgang mit Großveranstaltungen macht, stattfinden. Für den Samstagsmarkt arbeitet die Stadt mit der Bezirksregierung an Rahmenbedingungen, damit diese Veranstaltung, die über mehrere Stunden von 40 000 Menschen besucht wird, weiterhin stattfinden kann.

Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer

Der Leiter des Krisenstabs, Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer, unterstrich die Linie des Landes: „Der Bevölkerungsschutz steht über anderen Aspekten.“ Die Spiele des Fußball-Drittligisten Preußen Münster, der WWU Baskets und des USC werden im normalen Spielbetrieb, mit über 1000 Zuschauern, nicht möglich sein. Alternativen sollen Spielverlegungen, geringere Zuschauerkapazitäten oder Geisterspiele sein. Die Stadt drängt auf eine bundesweite Regelung zum Spielbetrieb und wird die Vereine kontaktieren.

Auch bei Veranstaltungen unter 1000 Besuchern wird die Stadt in Einzelfallprüfungen genau schauen müssen, ob sie stattfinden können. Dabei kommt es zu einer Risikoeinschätzung. Beim Theater wird darüber nachgedacht, die Zuschauerkapazität von knapp 1000 im Großen Haus abzusenken.

Absagen und Verschiebungen in der Halle Münsterland

Die Halle Münsterland meldete am Dienstagabend die ersten Absagen. So fällt die Veranstaltung „Bibi & Tina – das Konzert“, die am Mittwoch (11.3.) stattfinden sollte, ersatzlos aus. Das Konzert von Helge Schneider nächste Woche Mittwoch (18.3) werde verschoben auf den 3. Juni. Die Comedy-Auftritte der "Teddy Show" (am 19. und 20.3.) werden ebenfalls drei Monate nach hinten verschoben - auf den 20. und 21. Juni. Bereits erworbene Tickets behielten ihre Gültigkeit. Auch der Auftritt von Carolin Kebekus" (21.03.20) wird verschoben und am 13.09.20 nachgeholt. Auch hier gilt: bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Auch die Show vom Markus Krebs, die ursprünglich am 15. März (Sonntag) stattfinden sollte, wird verlegt. Neuer Termin ist der 23. September.

Wie es mit weiteren Veranstaltungen, wie dem Simple-Minds-Konzert am Samstag (14.3.) weitergehen soll, werde zeitnah bekanntgegeben, heißt es von der Halle Münsterland.

Neuer Infektionsfall

Die Zahl der an dem Corona-Virus erkrankten Münsteraner hat sich auf sechs erhöht. Ein 46-jähriger Mann hatte sich im Ski-Urlaub in den Alpen infiziert und ist in häuslicher Quarantäne.

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