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Personalmangel

Stadtwerke stellen Ringlinien 33 und 34 ein

Münster

Die Personalsituation im Busverkehr hat sich derart verschärft, dass die Stadtwerke die Ringlinien 33 und 34 vorübergehend einstellen. 

Ab dem 3. Oktober werden die Ringlinien 33 und 34 vorübergehend eingestellt. Foto: Stadtwerke Münster

Stillstand auf dem Ring: Die Stadtwerke stellen den Betrieb der Bus-Linien 33 und 34 ab kommenden Montag (3. Oktober) vorübergehend ein. Hintergrund: Es fehlen Busfahrerinnen und Busfahrer. Nach Angaben des Unternehmens fallen aktuell auf mehreren Linien in Münster immer wieder Busse aus, weil Personal wegen Krankheit außer Gefecht gesetzt ist und Ersatz nicht zur Verfügung steht.

Deshalb sollen künftig Fahrer der Ringlinie einspringen. Denn auf dieser Route seien im Vergleich zu anderen Linien relativ wenig Fahrgäste unterwegs, wie der Stadtwerke-Sprecher die Maßnahme begründet. Die temporäre Einstellung des Betriebs der Linien 33 und 34 bedeutet aber wohl nicht deren dauerhaftes Aus. „Auf keinen Fall“, betonte Florian Adler auf Nachfrage. Sobald es möglich sei, würden die Busse dort wieder fahren. Doch wann das sein wird, scheint unklar zu sein. „Wir fahren am Limit.“ Der Mangel an Busfahrerinnen und -fahrern ist offenbar ein deutschlandweites Problem. „Das trifft die Verkehrsunternehmen bundesweit.“

Weitere Reduzierung möglich

Zuletzt verzeichneten die Stadtwerke vereinzelte Ausfälle auf den Linien 5 und 16. Weil Personal fehlt, hat man nach Adlers Angaben schon vor Wochen den Betrieb der Linie 13 zwischen Hauptbahnhof und Technologiepark eingestellt – „entfällt bis auf Weiteres“, heißt es in der Fahrplantabelle im Internet. Auch diese Strecke soll wieder bedient werden, wenn Personal vorhanden ist. Zunächst aber sieht es danach jedoch nicht aus. Im Gegenteil: Ob es im Sinne einer höheren Zuverlässigkeit des Busverkehrs ausreicht, dass ab Montag auch die Ringlinie nicht mehr fährt, ist nämlich offen. „Ansonsten können weitere Reduzierungen in fahrgastschwächeren Linienabschnitten notwendig werden“, heißt es von den Stadtwerken. Sprich: Weitere Kürzungen im Angebot drohen.

Dass dies angesichts der Mobilitätswende das falsche Signal sei, räumt Stadtwerke-Sprecher Adler unumwunden ein. Früher habe es immer geheißen, dafür müsse Geld da sein. „Heute müssen Fahrerinnen und Fahrer da sein.“ Auch die sieben mittelständischen Busunternehmen, mit denen die Stadtwerke Münster nach eigenen Angaben zusammenarbeiten, können ihnen nicht aus der misslichen Situation helfen. „Die haben die gleichen Probleme wie wir“, stellt Adler fest. Dass nun ausgerechnet die Ringlinie ihren Betrieb vorerst einstellt, ist ein Rückschlag.

Ein langer Prozess

Denn über kaum eine Busverbindung wurde so oft nachgedacht und diskutiert, bis sie beim großen Fahrplanwechsel im Oktober 2016 dann endlich eingeführt wurde. „Ein langer Prozess war das“, sagt Adler rückblickend. Und nach anfänglicher Zurückhaltung werde die Ringlinie inzwischen gut angenommen. Ob sich deren geplantes Aussetzen in der Zukunft negativ auf die Fahrgast-Zahlen auswirken wird, bleibt abzuwarten. Aktuell sieht Adler für Bus-Kunden indes Ausweichmöglichkeiten, weil noch andere Linien den Ring teilweise beführen oder kreuzten.

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