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Bundesverdienstkreuz für Schilling

Stets im Dienste der Erinnerungskultur

Münster

Er will an das Schreckliche erinnern, an die vielen unter dem nationalsozialistischen Terror verfolgten und ermordeten Juden. Jetzt ist der Münsteraner Peter Schilling für seinen jahrelangen Einsatz ausgezeichnet worden.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller überreicht Peter Schilling das Bundesverdienstkreuz. Foto: Bezirksregierung Münster

Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat dem Münsteraner Peter Schilling das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Seit vielen Jahrzehnten engagiert sich Schilling für Erinnerungskultur und beschäftigt sich mit dem Schicksal vieler unter dem nationalsozialistischen Terror verfolgter und ermordeter Juden in Münster und im Kreis Warendorf.

Schilling ist einer von neun gewählten „Erinnerungspaten“ im Regierungsbezirk Münster mit dem Auftrag, das Andenken an die Opfer von Verfolgung und Gewalt zu bewahren, heißt es in einer Mitteilung der Bezirksregierung. Das Projekt gibt es seit 2018. Ziel ist es, das „Erinnern für die Zukunft“ in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu sichern. Um die Stimme der Überlebenden nicht verstummen zu lassen, fungiert der Erinnerungspate als ein Übermittler der Geschichte.

Erinnerung an Marga Spiegel

Mit der Holocaust-Überlebenden Marga Spiegel verband Schilling ein besonderes, freundschaftliches Verhältnis. Beide berichteten bei Schulbesuchen und öffentlichen Veranstaltungen über das Schicksal der Familie Spiegel während der NS-Zeit. Nach dem Tod von Marga Spiegel hat er die Erinnerungspatenschaft von ihr übernommen, um ihre Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Repräsentant des Projekts Stolpersteine

Schilling ist außerdem Mitinitiator und Gründer des Vereins „Spurenfinden e.V.“, dessen Vorsitzender er seit 20 Jahren ist. In Münster ist Schilling zum Repräsentanten des Projekts Stolpersteine geworden. Über 280 Stolpersteine, die an alle Opfergruppen der NS-Zeit erinnern, sind im Stadtgebiet Münster verlegt. Über eine App des Geschichtsortes Villa ten Hompel können die Lebensgeschichten der Opfer abgerufen werden.

Darüber hinaus setzt sich Schilling seit Jahren als Vorstandsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Münster (DIG) mit dem wachsenden Antisemitismus in Deutschland auseinander, heißt es weiter.

Peter Schilling war bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2003 Lehrer am Gymnasium in Münster-Wolbeck.

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