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Einsatz für Inhaftierten in den USA

Strässer freut sich über Sörings Freilassung

Münster

Der Deutsche Jens Söring saß 33 Jahre wegen Mordes in den USA im Gefängnis, obwohl ihm die Tat nie bewiesen werden konnte. Jetzt wird der mittlerweile 53-Jährige freigelassen. Unter denen, die sich lange dafür einsetzten, ist auch der Münsteraner Christoph Strässer, ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung.

Karin Völker

Jens Söring Foto: obs

Christoph Strässer, ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung und münsterischer SPD-Bundestagsabgeordneter, konnte am Dienstag zuerst nicht glauben, was er hörte. Der Deutsche Jens Söring, der 33 Jahre wegen Mordes in einem US-amerikanischen Gefängnis saß, obwohl die Justiz nie beweisen konnte, dass er die Eltern seiner früheren Freundin umgebracht hatte, wird freigelassen.

Die Nachricht schlägt vor allem in den USA und in Deutschland hohe Wellen. Es gab seit Jahrzehnten einen Unterstützerkreis, der sich für die Freilassung des mittlerweile 53 Jahre alten Diplomatensohns einsetzte. Dazu gehört auch Christoph Strässer, der sich in seinem Regierungsamt für Söring stark gemacht hatte.

Nicht mit Freilassung gerechnet

Strässer durfte Jens Söring im Jahr 2014 im Gefängnis in Virginia besuchen. „Er war mir als sehr starker und intelligenter Mensch beschrieben worden“, erinnert sich Strässer. Und genau diesen Eindruck habe Söring in dem etwa 45 Minuten dauernden Gespräch vermittelt. „Es gab schon zwölf oder 13 Anträge auf Begnadigung. Ich habe nicht damit gerechnet, dass er irgendwann freikommt“, freut sich Strässer. Nun gehe es darum, dass Söring als freier Mann in Deutschland Fuß fassen könne.

Christoph Strässer Foto: dpa

Als Söring 1986 ins Gefängnis kam, gab es kein Internet, keine Handys, in Berlin stand die Mauer. In seiner Gefangenschaft hat er mehrere Bücher geschrieben und damit etwas Geld verdient. „Wenn jetzt Unterstützung gefragt ist, bin ich natürlich dabei“, sagt Strässer. Zuletzt hatte er Kontakt über Weihnachtsgrüße. Dieses Jahr muss er nicht mehr ins Gefängnis schreiben.

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