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Warnstreik betrifft vor allem Fernzüge

Der Regionalverkehr läuft noch einigermaßen rund

Münster/Münsterland

75 Prozent der Fernzüge fallen aus, im Nahverkehr gibt es Beeinträchtigungen: Der Lokführer-Streik ist auch im Hauptbahnhof Münster spürbar. Die Stimmung schwankt zwischen Ärger und Verständnis.

Von Lukas Speckmann

Vor dem Hauptbahnhof ist die GDL-Ortsgruppe Münster mit einem Streikposten vertreten Foto: Oliver Werner

Der Intercity nach Mannheim fährt an diesem Mittwochmittag nur bis Köln. Damit sind seine Fahrgäste immer noch besser bedient als die Kunden des RE 42 nach Essen – der fällt nämlich aus. Und der RE 7 nach Rheine? Verspätung . . .

Die Abfahrtstafel in der Bahnhofshalle zeigt mehr Ausnahmen als Regeln an: 75 Prozent der Fernzüge und einige Nahverkehrszüge fallen aus. Der Warnstreik der „Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer“ (GDL) mutet den Reisenden viel zu.

Weniger Ausfälle als an Rhein und Ruhr

Gemessen daran, wirkt die Stimmung im Hauptbahnhof ruhig. Was auch daran liegt, dass zumindest die Regionalstrecken rund um Münster weniger vom Streik betroffen sind als etwa an Rhein und Ruhr. „Es läuft relativ stabil“, sagt ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Nur der RE 2 von Osnabrück nach Düsseldorf sei ein Totalausfall, andere Strecken würden zeitweise bedient oder sind, weil sie von Privatbahnen betrieben werden, ganz außen vor.

Denn bestreikt, das betont Thomas Gerdes als Sprecher des Streikpostens auf dem Vorplatz, wird die Deutsche Bahn. Man akzeptiere keine Nullrunde und fordere das, was der öffentliche Dienst bekommt: 3,2 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Mitglieder der 1895 gegründeten GDL-Ortsgruppe Münster wollen an beiden Streiktagen vor dem Bahnhof präsent sein.

Weitere Beeinträchtigungen am Donnerstag

Das ist nicht immer einfach: Manche Fahrgäste machen aus ihrer Wut keinen Hehl. Beklagt wird vor allem, dass Reisende nicht früher informiert würden. Andere äußern trotz eigener Betroffenheit sogar Verständnis.

Auch am Donnerstag (12. August) ist mit Zugausfällen im Fernverkehr und mit Beeinträchtigungen im Regionalverkehr zu rechnen; der Bahnsprecher empfiehlt, sich vor jeder Fahrt zu informieren (www.bahn.de). Der Streik ist offiziell am Freitag (13. August) um 2 Uhr beendet.

Und danach? „Das kann ich nicht sagen“, betont Thomas Gerdes. Man bleibe wachsam.

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