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Demonstration

Tarifstreit an Unikliniken: Rund 600 Beschäftigte streiken in Münster

Münster

Seit mehr als sieben Wochen streiken die Beschäftigten aus den sechs Unikliniken in NRW für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. Am Dienstag gingen rund 600 von ihnen bei einem zentralen Streiktag in Münster auf die Straße.

Von Simon Beckmann

Die Streikenden der sechs Unikliniken aus NRW zogen von der Domagkstraße bis zum Prinzipalmarkt. Foto: Matthias Ahlke

„Krankenhaus ist Teamarbeit“, schallte es am Dienstag immer wieder durch die münsterischen Straßen – und die nach Polizeiangaben rund 600 Beschäftigten der sechs Unikliniken aus Nordrhein-Westfalen, die anlässlich des zentralen Streiktages in der Stadt zusammengekommen waren, wurden auch nicht müde, das immer wieder zu betonen.

Denn bereits seit mehr als sieben Wochen verleihen die Krankenhausmitarbeitenden aus allen Bereichen ihren Forderungen – sie wollen einen Tarifvertrag Entlastung für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen – mit verschiedenen Streikaktionen immer wieder Nachdruck.

Seit 49 Tagen wird gestreikt

„Heute ist der 49. Streiktag, morgen also schon unser goldenes Streikjubiläum. Ist das nicht traurig?“, fragte Thomas Meißner, der für Krankenhäuser im Münsterland zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär, in die große Runde bei der Abschlusskundgebung auf dem Prinzipalmarkt. „Dabei könnten die Streiks noch diese Woche beendet werden, wenn die Arbeitgeber endlich für alle Beschäftigten im Krankenhaus Angebote vorlegen und ernsthaft verhandeln würden.“

Zuvor zogen die Demonstrierenden vom Treffpunkt an der Domagkstraße über das Gelände des Uniklinikums Münster (UKM) durch die Innenstadt in Richtung Prinzipalmarkt. In der Stadt führte dies zeitweise zu Verkehrsbeeinträchtigungen – unter anderem an der Bahnhofstraße und im Ludgerikreisel.

"Mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen"

Mit bei der Demonstration dabei war auch Susanne Lange, die seit mehr als 30 Jahren als Krankenschwester in der Anästhesie im UKM arbeitet. „Wir wollen mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen, um unsere Patientinnen und Patienten unter vernünftigen Bedingungen versorgen zu können“, erklärte sie.

Ebenfalls hob sie hervor, dass die Forderungen aus allen Bereiche eines Krankenhauses kommen würden. „Alle Berufszweige greifen wie Zahnräder ineinander, um die Patienten gesund pflegen zu können“, sagte sie. Deswegen seien die Angebote, die von der Arbeitgeberseite bislang vorgelegt worden seien, „indiskutabel“.

Diese hätten bisher nämlich lediglich die Pflege, die von den Krankenkassen bezahlt wird, betroffen, nicht aber Bereiche wie Service oder Krankentransporte.

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