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Prüfung eines neuen Verkehrsversuchs

Streit um Durchfahrsperre am Bült

Münster

Das Thema dürfte noch für hitzige Debatten sorgen: Soll die Durchfahrt am Bült für Autos gesperrt werden? Eine Mehrheit im Planungsausschuss fordert die Stadt auf, eine Durchfahrsperre zu prüfen. Und das hätte Konsequenzen.

Von Dirk Anger

Eine große Mehrheit im Planungsausschuss möchte, dass die Stadt Münster eine testweise Errichtung einer Durchfahrsperre am Bült prüft. Damit soll der Durchgangsverkehr ausgebremst werden. Foto: Oliver Werner

Es ist eine der ­zentralen Fragen in der münsterischen Verkehrspolitik: Lässt sich die Altstadt vom motorisierten Durchgangsverkehr befreien? Um das zu erreichen, könnte eine Durchfahrsperre am Bült zunächst testweise eingerichtet werden.

Diese soll die Stadtverwaltung jetzt im Zusammenhang mit einem Antrag auf Fördermittel für die Innenstadt-Aufwertung prüfen. Angeregt ist dabei ein Erprobungszeitraum von mindestens drei Monaten für einen solchen Verkehrsversuch.

Kontroverse Debatte

Eine breite Mehrheit im Planungsausschuss am Donnerstag unterstützte als erstes politisches Gremium diesen Vorschlag der Koalition von Grünen, SPD und Volt. Die CDU lehnte das Vorgehen indes ab. „Der Weg ist falsch herum“, erklärte deren Ratsherr Martin Peitzmeier unter Verweis auf die aus seiner Sicht zunächst notwendige Schaffung von Alternativen, um ohne Autos in die Innenstadt kommen zu können.

In der kontroversen Debatte betonte Grünen-Vertreter Gerhard Joksch, es gehe darum, einen „historischen Fehler“ der Verkehrsplanung aus der Welt zu schaffen. Die Nordtangente – gemeint ist die Achse Mauritzstraße-Bült-Münzstraße – durchschneide die Altstadt. „Wir befreien die Altstadt vom Durchgangsverkehr.“ Das sei vollkommen richtig. Grünen-Ratsherr Carsten Peters betonte, dass dieses Anliegen keineswegs neu sei. Ohne es auszuprobieren, könne man keine neuen Erkenntnisse erlangen. „Wir denken vom Ende her“, entgegnete Ausschussvorsitzender Dietmar Erber (CDU).

Handwerk befürchtet Beeinträchtigungen

Angesichts des Vorschlags sprach CDU-Ratsherr Walter von Göwels von „lähmendem Entsetzen“ unter Anliegern und Geschäftsleuten. Ohne Rücksprache mit den Beteiligten werde einfach etwas vorgesetzt – „eigentlich untragbar“.

Aus Sicht des Handwerks bedeutet eine Durchfahrsperre eine erhebliche Belastung, wie Hermann Eiling als dessen Interessenvertreter zum Ausdruck brachte. Diesen Vorwurf versuchte Dr. Wolfgang Echelmeyer (SPD) zu entkräften, indem er auf „intelligente Lösungen“ wie Schranken verwies. „Alle sind dafür, dass der Verkehr in der Innenstadt reduziert wird.“

Lieferverkehr und Linienbusse ausgenommen

Umstritten blieb die Frage, welchen Anteil der Durchgangsverkehr überhaupt am Verkehrsaufkommen am Bült ausmacht. Ein sehr ­hoher Anteil sei jedenfalls Ziel- oder Quellverkehr, erklärte Planungsdezernent Robin Denstorff.

Sollte es gleichwohl zu einer Durchfahrsperre am Bült kommen, wären davon laut Beschluss unter anderem der Lieferverkehr und Linienbusse ausgenommen. Für Autofahrer würde der Weg über Münz- oder Mauritzstraße in die Stadt dann quasi als Sackgasse enden.

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