1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Tanz im Gefängnis unserer Gedanken

  8. >

Hans Henning Paars „Der Turm“ eröffnet die Zwischenspielzeit im Theater

Tanz im Gefängnis unserer Gedanken

Münster

Theater! Richtiges Theater im Großen Haus mit Vorhang, Publikum und Händeklatschen: Das ist ab dem 4. Juni wieder möglich. Zu Beginn gibt es gleich eine Tanztheater-Uraufführung.

Das Tanztheater eröffnet mit der Uraufführung von „Der Turm“ die kurze Spielzeit im Großen Haus des Theaters Münster. Foto: Oliver Berg

Drei Wochen für eine Spielzeit? Das ist auch dem Theater Münster zu kurz; die Rede ist von der „Zwischenspielzeit“ im Großen Haus vom 4. bis zum 26. Juni. Aber die hat es mit Beiträgen aller Sparten in sich.

Zum Auftakt gibt es eine Tanztheater-Uraufführung von Hans Henning Paar: „Der Turm“. Ein Turm als Symbol kann vieles bedeuten: Unbeweglichkeit, Hochmut und Realitätsverlust ebenso wie Weitsicht und Orientierung. Und damit steht er für die Situation einer Gesellschaft im Corona-Wartestand: „Die Inszenierung spiegelt das Gefängnis unserer Gedankenwelt wider“, heißt es in einer Mitteilung des Theaters.

Seit Monaten verschoben

Hans Henning Paar hat das Konzept entwickelt, als im Herbst abzusehen war, dass auch auf der Bühne Abstand unumgänglich sein würde. Die für Januar geplante Premiere wurde mehrfach verschoben – und diese Mischung aus Warten und Hoffen soll die Produktion beeinflusst haben. „Hin- und hergerissen zwischen Emotion und Vernunft, taumeln wir zwischen Aktionismus und Resignation“, meint Paar. „Und so bleibt uns nur der Rückzug in die eigene innere Welt, die Flucht in eine Traum- oder Fantasiewelt.“

Die Musik hilft dabei. In diesem Fall Kompositionen von Philip Glass, des prominentesten Vertreters der „Minimal Music“, deren „hypnotischer Sog“ den Regisseur und Choreografen fasziniert, wie er sagt: „Die Choreografie folgt dem dramaturgischen und emotionalen Verlauf der Musik“ – es entsteht eine Symbiose aus Musik und Tanz.

Drei Aufführungen im Juni

Premiere ist am Freitag (4. Juni) um 19.30 Uhr im Großen Haus. Weitere Aufführungen folgen am Samstag (5. Juni) um 19.30 Uhr und am Sonntag (6. Juni) um 18 Uhr. Wegen Corona ist die Zahl der Plätze begrenzt (Theaterkasse:

 5 90 91 00). Der Einlass erfolgt in kleinen Gruppen frühestens 30 Minuten vor Beginn. Außer einer Eintrittskarte ist ein Genesen-geimpft-getestet-Nachweis erforderlich.

Startseite