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Sicherheitsgespräch

Innenminister Reul: „Täter permanent nerven“

Münster

Innenminister Herbert Reul war am Dienstagabend zu Gast in Münster. Das Thema Sicherheit stand im Mittelpunkt einer von der CDU organisierten Veranstaltung. Reul selbst fand klare Worte.

Von Martin Kalitschke

Innenminister Herbert Reul sprach am Dienstagabend auf Einladung der CDU zum Thema Sicherheit. Foto: Matthias Ahlke

„Schöne Location hier“, sagt Herbert Reul, als er am Dienstagabend das Bootshaus des Akademischen Ruderclubs betritt. Dorthin hat die münsterische CDU eingeladen, um mit dem NRW-Innenminister über das Thema Sicherheit zu sprechen. Reul, der demnächst 70 wird und zu den populärsten Mitgliedern des Düsseldorfer Kabinetts zählt, spricht in den folgenden 90 Minuten Klartext. „Ich bin in einem Alter, in dem ich sage, was ich denke – egal, was andere Leute denken“, bekennt Reul.

Der Innenminister räumt ein, dass er nicht daran geglaubt habe, dass Putin „wirklich Krieg macht“. Er warnt vor einem Gasboykott („Wenn die Industrie auf null ist, dann ist sie kaputt, dann müssen wir die wieder aufbauen“) – und berichtet davon, dass sich Deutschland – und NRW – gerade mit genau diesem Szenario beschäftige. „Es gibt einen Plan“, beruhigt Reul, das Land wäre „auf einen Tag X“ „nicht schlecht“ vorbereitet.

Kampf gegen Clans

Seit 2017 ist er Innenminister. Anfangs, so verrät er, sei er unsicher gewesen, „ob ich das kann“. Im Rückblick sei die Zeit dann aber „die tollste meines Lebens“ gewesen. Er habe vieles gelernt – und vieles verändern können.

Reul kritisiert einen „Trend, den Staat nur noch blöd zu finden“ – eine Entwicklung, an der sicherlich „die Politik“ nicht ganz unschuldig sei. Er berichtet vom Kampf gegen Clans und dass er seiner Frau gar nicht mehr erzähle, warum er bei denen so gar nicht beliebt sei. Und er teilt – es ist ja Wahlkampf – gegen die politischen Gegner aus.

"Es geht darum, Regeln einzuhalten"

„No-Go-Areas“ oder Clans, dass seien Probleme, die es unter der alten rot-grünen Regierung nicht geben durfte, sagt Reul. Mit dieser Politik der Verleugnung habe Schwarz-Gelb gebrochen: „Man muss Probleme benennen – und dann anfangen, sie Schritt für Schritt zu lösen.“ Die Täter immer wieder nerven, ihnen klar machen, dass in Deutschland das Recht des Staates und nicht das Recht der Familie gilt: Das müsse gerade Clans immer wieder deutlich gemacht werden. „Es geht darum, Regeln einzuhalten. So einfach ist das.“

15 000 Beamte seien unter Schwarz-Gelb neu eingestellt, Milliarden in die Sicherheit investiert worden. Derweil stellten die politischen Gegner Polizisten unter Generalverdacht, schürten Misstrauen gegen Beamte. Sein Appell: Die CDU müsse zusammenstehen, um in Düsseldorf an der Macht zu bleiben.

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