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Premiere von „Antigone“ am Wolfgang Borchert Theater

Tragödie kann auch lustig sein

Münster

Das Wolfgang Borchert Theater bringt ab Donnerstag (30. September) die Geschichte seiner Tochter Antigone auf die Bühne – und zwar in einer zeitgemäßen, gereimt-witzigen Form von Kabarettist Bodo Wartke, Regisseur Sven Schütze und Dramaturgin Carmen Kalisch.

Neben Antigone Rosana Cleve (M.) stehen die Erika Jell (r.) und Pianistin und Chansonnette Stephanie Rave Foto: Klaus Lefebvre

Wenn ein Sophokles-Drama auf dem Spielplan steht, weiß man: Es wird existenziell und tragisch. König Ödipus stürzt durch Entdeckung der Wahrheit ins tiefste Unglück. Unwissentlich erschlägt er seinen Vater und heiratet seine Mutter, mit der er vier Kinder zeugt: Eteokles, Polyneikes, Ismene und Antigone.

Das Wolfgang Borchert Theater bringt ab Donnerstag (30. September) die Geschichte seiner Tochter Antigone auf die Bühne – und zwar in einer zeitgemäßen, gereimt-witzigen Form von Kabarettist Bodo Wartke, Regisseur Sven Schütze und Dramaturgin Carmen Kalisch.

Ein unauflösbarer Konflikt

Regisseur und langjähriges Ensemble-Mitglied Florian Bender hat selbst Berührungspunkte mit den für Wartke typischen Knittelversen gesammelt. Vor zehn Jahren spielte er am Borchert-Theater den Ödipus in der Wartke-Version, und zwar im Vorgängerstück der Antigone. Nun wagt er den ersten Sprung vor die Bühne ans Regiepult – und dies mit einem musikalischen Anarcho-Drama.

Nach dem Tod ihres Vaters Ödipus sind seine Söhne Eteokles und Polyneikes angehalten, sich die Regentschaft über dessen Königreich Theben zu teilen. Doch beide sterben im Machtkampf gegeneinander in einem von Polyneikes geführten Rachefeldzug. Seine Schwester Antigone bestattet ihn, verletzt damit das vom neuen Herrscher Kreon erlassene Gesetz und soll nun dafür büßen. In Antigone treten sich zwei scheinbar unversöhnliche Welten gegenüber: Gesellschaft und Individuum. Antigone fordert die radikale Freiheit des Einzelnen, die im Widerspruch steht zu Kreons konsequenter Befolgung der Gesetze der Polis – ein unauflösbarer, existenzieller Konflikt, der in der Fassung von Bodo Wartke, Sven Schütze und Carmen Kalisch mit viel Humor, mitreißenden Musikeinlagen (von Wartke geschrieben) und einer schwindelerregenden Schlagzahl an Reimen erzählt wird, heißt es in der Ankündigung.

Musikalische Leitung

Die Bühne konzipierte Annette Wolf, die Kostüme wurden in Zusammenarbeit zwischen Florian Bender und Helene Kuschnarew entwickelt. Auf der Bühne steht außerdem die münsterische Chansonette Stephanie Rave, die neben ihrer schauspielerischen Leistung die musikalische Leitung übernimmt und am Klavier begleitet.

Weitere Informationen und Tickets gibt es unter www.wolfgang-borchert-theater.de.

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