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Engagiert für die Jüdische Gemeinde

Trauer um Ruth Frankenthal

Münster

Tiefe Trauer: Ruth Frankenthal starb am 22. Dezember. Die Jüdische Gemeinde Münster und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit würdigen sie in einem Nachruf.

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2013 erhielt die jetzt verstorbene Ruth Frankenthal-Senckel aus der Hand von Oberbürgermeister Lewe das Bundesverdienstkreuz. Foto: ah

Die Jüdische Gemeinde Münster und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. (CJZ) trauern um Ruth Frankenthal, die am 22. Dezember 2020 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

1948 in Schmallenberg geboren, war ihre Kindheit überschattet von der Vernichtung vieler Angehöriger und dem Entrinnen ihres Vaters Ernst und ihres Onkels Hans aus Auschwitz, der Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten.

Unermüdlich für Humanität im Einsatz

Die Jüdische Gemeinde verliert mit Ruth Frankenthal nicht nur ein Mitglied der ersten Stunde nach Neuerrichtung der Jüdischen Gemeinde in der Nachkriegszeit, „sondern eine engagierte Frau, die unermüdlich für Humanität und Gerechtigkeit einstand und sich insbesondere auch gegen das Vergessen, gegen Rassismus und gegen Antisemitismus einsetzte“, heißt es in einem Nachruf.

Sie fand für diese Anliegen viele Betätigungsfelder: als jüdische Vorsitzende der CJZ war sie Verfechterin eines ständigen Dialoges und interreligiösen Austausches. Als Gründungsmitglied wirkte sie sowohl bei „Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V.“ als auch beim „Verein zur Förderung des Jüdischen Friedhofs an der Einsteinstr. Münster e.V.“. Lange Jahre arbeitete sie im Jugendhilfeausschuss der Stadt Münster und des Landes NRW mit. Ihre Führungen von Schülergruppen in der Synagoge waren ihr sehr wichtig.

Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz

Für ihr vielfältiges Engagement wurde sie mit der Münster-Nadel und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ruth Frankenthal war es ein Herzensanliegen, sich für eine kluge, nachhaltige Form der Gedenk- und Erinnerungskultur einzusetzen, die das Erinnern an Gestern pflegt und zugleich das Handeln im Hier und Heute stärkt.

Deshalb hat sie sich insbesondere auch als Vorsitzende der CJZ als Gesprächs- und Diskussionspartnerin von jungen Menschen für Verständigung und Toleranz eingesetzt.

„Aus all dem sprach ihr starker Wunsch, ein besseres Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden sowie eine gemeinsame Gestaltung eines vorurteilsfreien Zusammenlebens in unserer Gesellschaft zu erreichen“, heißt es weiter.

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