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Neue Gruppe für Betroffene

„Trauern darf kein Tabu sein“

Münster

Wer trauert ist damit – besonders in Zeiten von Corona – oft allein. Das will eine Kooperation der Kirchengemeinde St. Nikolaus und dem Haus der Familie ändern: Gemeinsam bieten sie eine neue Trauergruppe an.

Von Lina Probst

Edith Thier (l.) vom Haus der Familie und Birgit Gerhards (r.) von der Pfarrei St. Nikolaus bieten eine neue Trauergruppe an. Foto: Lina Probst

„Unsere Gesellschaft darf im Umgang mit Trauernden noch dazulernen“, sagt Sterbe- und Trauerbegleiterin Hildegard Pröbsting vom Johannes-Hospiz. Anstatt Personen, die trauern, zu meiden, solle man auf sie zugehen, so Pröbsting. „Wer Trauernde einfach fragt, was sie brauchen, der bekommt meistens auch eine klare Antwort.“ Damit sich Trauernde in einem geschützten Umfeld mit ihrem Leid auseinandersetzen können, gibt es nun eine neue Trauergruppe.

Die Gruppe geht aus einer Kooperation der Kirchengemeinde St. Nikolaus mit dem Haus der Familie hervor. Pastoralreferentin Birgit Gerhards leitet die geschlossene Gruppe gemeinsam mit Hildegard Pröbsting. „Die Corona-Pandemie hat die Situation von Trauernden verschärft. Oft gab es für die Menschen keine Möglichkeit, sich zu verabschieden“, weiß Gerhards.

Neutraler Ort zum Austausch

Edith Thier, Leiterin im Haus der Familie, freut sich daher besonders, dass wieder Angebote in Präsenz stattfinden können. Sie betont: „Die Teilnahme an unseren Kursen ist unabhängig von Religion und Konfession möglich. Alle sind willkommen.“ Die neue Trauergruppe ist kostenlos. Thier: „Es gibt Gruppen für Menschen in jeder Lebenssituation, seien es Eltern, Kinder oder junge Paare.“

Die Gruppen bieten Betroffenen einen neutralen Ort zum Austausch mit anderen Trauernden, wie Hildegard Pröbsting erklärt. Die Trauerbegleiterin betont: „In diesem Umfeld können die Menschen sich sehr verletzlich zeigen. Sie müssen sich nicht erklären.“ Besonders wichtig sei aber, dass den Trauernden geholfen werde, egal von wem, betont Birgit Gerhards. Sie fordert: „Trauern darf kein Tabu sein“.

Am 28. September (Dienstag) findet um 19 Uhr ein Informationsabend statt. Anmeldung unter 02506/8101129 oder per Mail: gerhards@bistum-muenster.de

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