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Baubeginn für schwimmendes Kulturzentrum „Hansafloß“

Tschüs Reißbrett, hallo Hobel

Münster

Startschuss auf dem Bauplatz: Nach eineinhalb Jahren Vorbereitung und Planung beginnt der Verein „Einfloß e.V.“ jetzt mit den Arbeiten für das „Hansafloß“. Damit das schwimmende Kulturzentrum über den Kanal schippern kann, fehlt noch etwas Geld. Ein anderes Problem ist hingegen gelöst.

Von Pjer Biederstädt

Paula Reichert vom Verein „Einfloß e.V.“ hat zusammen mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern eineinhalb Jahre organisiert und geplant – jetzt steht die praktische Arbeit ganz oben auf der To-do-Liste. Foto: Pjer Biederstädt

Als der knallgelbe Vierzigtonner mit dem Holz um die Ecke biegt, wird es plötzlich ganz konkret. Eineinhalb Jahre der Vorbereitungen und Planungen sind Geschichte. Auf einmal heißt es tschüs Reißbrett, hallo Hobel – denn ab sofort wird unweit des Stadthafens 2 das „Hansafloß“ gebaut.

Die Idee für das schwimmende Kulturzentrum für das Hansaviertel entstand schon im Mai 2020. Der Eintrag als Verein „Einfloß e.V.“ und die Förderzusage des „Hansaforums“ über knapp 20 000 Euro folgten prompt. „Eigentlich wollten wir schon vor einem Jahr mit dem Bau beginnen“, sagt Ferian Kallies, doch die Pandemie und ein paar bürokratische Hürden hätten dem Projekt kurzzeitig den Wind aus den Segeln genommen.

Mitbestimmung in puncto Stadtentwicklung

Jetzt heißt es hingegen volle Kraft voraus: Der Verein hat nach der ersten Absage nun doch einen Liegeplatz am Stadthafen 2 von den Stadtwerken zugeteilt bekommen. Außerdem habe sich der Verein erfolgreich dafür eingesetzt, dass gemeinwohlorientierte Initiativen den Stadthafen 1 ansteuern dürfen, erzählt Paula Reichert. Damit habe man ein Kernziel erreicht: Partizipation an der Stadtentwicklung. (Der Name Einfloß komme von Einfluss). Bedeutet konkret: 60 Mal pro Jahr dürfe das Floß für Konzerte, Lesungen und Co. an die Flaniermeile andocken.

Doch bis dahin bleibt noch viel zu tun. Aus den angelieferten 1283 Kilogramm Holz zimmern die Floßbauerinnen und -bauer in den nächsten Wochen die Aufbauten. Eine verschließbare Kajüte mit Theke (Zugang auch vom Ufer), eine barrierefreie Toilette sowie eine Dachterrasse mit Treppenzugang sollen auf die beiden Schwimmkörper des Katamarans montiert werden. Viereinhalb Meter breit, zehn Meter lang und vier bis sechs Tonnen schwer soll das Floß sein. Ende Oktober, so der grobe Zeitplan, soll es zu Wasser gelassen werden.

Das Geld wird knapp

Ob dann direkt losgeschippert werden kann, liegt auch am Budget. „Unsere Mittel reichen noch für den Kran, der das Floß in den Kanal hebt, oder einen Motor – nicht für beides“, sagt Moritz May vom Verein. Obwohl die Förderung vom „Hansaforum“ zuletzt sogar um 5000 Euro auf 24 999 Euro erhöht wurde und die Arbeit gänzlich ehrenamtlich geleistet werde, reiche das Geld nicht aus. Eine „etwas zu optimistische Kalkulation“ und stark gestiegene Rohstoffpreise für Holz und Aluminium seien die Ursachen.

Nun sollen es Spenden richten. Außerdem ist ein Crowdfunding geplant. Von dessen Erfolg hängt auch ab, ob es nur für einen gewöhnlichen Motor, oder aber für einen teureren umweltschonenden Elektroantrieb reicht.

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