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Überzeugter Journalist und Münster-Kenner

Trauer um Erhard Obermeyer

Münster

Er begann seine Arbeit als Journalist in der Bleisatzzeit, als Überschriften noch per Hand gesetzt wurden: Bis 1999 leitete er 15 Jahre lang die Lokalredaktion Münster der Westfälischen Nachrichten. In der vergangenen Woche ist Erhard Obermeyer 83-jährig gestorben.

Von Dirk Anger

Der Journalist Erhard Obermeyer ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Foto: Oliver Werner

Ein Leben ohne Zeitung konnte und wollte er sich nicht vorstellen. Bis zuletzt fühlte er sich diesem von ihm so geschätzten „Kulturgut“ verbunden, das schließlich sein gesamtes Berufsleben prägte. Jetzt ist der münsterische Journalist Erhard Obermeyer im Alter von 83 Jahren gestorben. Von 1984 bis 1999 leitete er die Lokalredaktion Münster der Westfälischen Nachrichten.

Sein Namenskürzel -eo- stand für sachlichen und kritischen Journalismus – gepaart mit einem großen Herz für Münster. Über Jahrzehnte verfolgte Obermeyer das Stadtgeschehen mit aufmerksamem Blick, begleitete die Entwicklung Münsters auf unterschiedlichen Feldern.

Statt Lehrer wurde er Journalist

Eigentlich wollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und Lehrer werden. Zum Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte kam er deshalb aus dem ostwestfälischen Herford nach Münster. Doch statt ins Klassenzimmer führte ihn später der Weg in die Redaktionsstube der Westfälischen Nachrichten, wo er ab 1962 volontierte.

Seit 1965 gehörte der begeisterte Radfahrer als Redakteur zur Lokalredaktion Münster, einige Jahre später wurde er stellvertretender Redaktionsleiter, und im Jahr 1984 übernahm er die Leitung der Stadtredaktion. Über die ersten Skulptur-Projekte 1977 schrieb er genauso wie über die Jubiläumsfeierlichkeiten zu 350 Jahren Westfälischer Frieden im Jahr 1998.

Vielfältige Interessen

Vielfältig interessiert, avancierte Obermeyer im Laufe der Jahre zu einem der intimsten Münster-Kenner. Davon zeugen auch vier Bücher, die im Aschendorff-Verlag teils in mehreren Auflagen erschienen sind. Mit besonderer Leidenschaft widmete sich der Journalist unter anderem der Universität, insbesondere der Archäologie, und als überzeugter Protestant der Evangelischen Kirche.

Sein Markenzeichen war die Fliege

„Eo“, wie ihn seine Kolleginnen und Kollegen immer nannten, liebte die Arbeit mit seiner Redaktion, galt als humorvoll und guter Zuhörer. Sein Markenzeichen war die selbst gebundene Fliege.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Redaktion blieb der Journalist mit Buchbesprechungen gegenwärtig. In der Stadtgesellschaft war er als langjähriger Präsident des Civilclubs aktiv und unterstützte die Anliegen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Mit größter Begeisterung berichtete der Vater von zwei Söhnen aber von seinen Enkelkindern, die ihm spürbar Freude machten.

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