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Pflanzaktion der ukrainischen Gemeinschaft

Ihre Dankbarkeit hat jetzt einen Ort

Münster

Ukrainerinnen und Ukrainer haben in Münster mehrere Bäume, Sträucher und Blumen gepflanzt, um ihrer Dankbarkeit gegenüber der Stadt und ihren Bürgern für die Aufnahme Ausdruck zu verleihen. Dabei wurden nicht irgendwelche Pflanzen ausgewählt.

Ukrainerinnen und Ukrainer haben Sträucher, Bäume und Blumenzwiebeln eingepflanzt, um ihre Dankbarkeit auszudrücken.  Foto: Pjer Biederstädt

Als Zeichen ihrer Dankbarkeit gegenüber der Stadt Münster und ihren Bürgern haben Ukrainerinnen und Ukrainer am Freitag auf einer Wiese zwischen Aa, Johannisstraße und Bispinghof mehrere Bäume, Sträucher und Blumen gepflanzt.

„Wir wollen uns bedanken für die Hilfe und Unterstützung, für alle Mühe, die sich die Menschen hier für uns gemacht haben“, sagte Svitlana Passon vom Verein „Ukrainische Sprache und Kultur in Münster“, der die Aktion ins Leben gerufen hatte. „Nach dem Krieg werden viele von uns zurückgehen, doch die Bäume und Sträucher sollen noch lange an uns und unsere Dankbarkeit erinnern“, sagte Passon am Rande der Feierstunde.

Strauch als Zeichen der Erinnerung

Gepflanzt wurde nicht irgendetwas: Auf dem Gelände der Universität Münster, die ihre Grünfläche für diese Aktion bereitstellte, kamen nun unter Mithilfe von WWU-Gartenfachmann Sebastian Siebrecht und seinem Team zwei Blauglockenbäume, drei Drossel­beersträucher – wegen ihrer weißen Blütenpracht auch „gemeine Schneebälle“ genannt – und Blumenzwiebeln in den Boden. Die Bäume haben blaue Blüten, zusammen mit der Sonne ergeben sie die ukrainischen Nationalfarben, wie Passon bemerkte. „Die Sträucher stehen in fast jedem Vorgarten der Ukraine. Sie werden in vielen Liedern besungen und sind ein Zeichen der Erinnerung“, erklärte Passon.

Auch Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.r.) kam zur Feierstunde der ukrainischen Gemeinschaft. Foto: Pjer Biederstädt

Erinnern wollte auch Oberbürgermeister Markus Lewe: Daran, dass es die Aufgabe der Stadt und Stadtgesellschaft sei, den über 3000 in Münster aufgenommenen Ukrainern ein Gefühl der Geborgenheit zu geben. Und daran, dass Deutschland sich fragen müsse, wie es der Ukraine künftig helfen könne.

Der Verein richtete den Blick nicht nur auf den aktuellen Krieg, sondern gedachte mit einer Schweigeminute auch den vier Millionen Opfern des sogenannten Holodomor, eine große Hungersnot durch stalinistische Politik zwischen 1931 und 1933.

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