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OVG-Entscheidung

Uni Münster muss Note aus Auslandssemester nicht anerkennen

Münster

Die Universität Münster muss die Prüfungsnote einer polnischen Hochschule nicht umrechnen und anerkennen. Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigte die Entscheidung des Falls eines münsterischen Studenten.

Von Klaus Möllers

Ein Student der Betriebswirtschaftslehre aus Münster hat vor dem Oberverwaltungsgericht geklagt – erfolglos. Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Universität Münster muss die Prüfungsnote einer polnischen Hochschule nicht umrechnen und anerkennen: Ein Student der Betriebswirtschaftslehre aus Münster hat gerichtlich dagegen geklagt, dass seine Noten, die er während eines Auslandssemesters in Polen erreicht hat, nicht als solche anerkannt werden. Das Verwaltungsgericht Münster hatte seine Klage auf Anerkennung abgewiesen. Der Student bemühte weiterhin den Rechtsweg, doch das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land NRW in Münster bestätigte am Dienstag die Entscheidung aus erster Instanz in mündlicher Verhandlung.

Der Bachelor-Student hatte in Posen studiert, die Universität Münster anschließend seine erworbenen ECTS-Punkte und damit seine Studienleistungen anerkannt, aber nicht die genauen Prüfungsnoten. Die Abkürzung ECTS bedeutet, aus dem Englischen übersetzt, „Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen“.

Kläger sah Verstoß gegen europäisches Recht

Diese Anerkennung hatte dem Kläger nicht gereicht. Seiner Ansicht nach verstoße die Regelung gegen europäisches Recht. Die Uni hatte die Umrechnung verweigert, weil sie durch die Prüfungsordnung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät generell ausgeschlossen sei.

Das OVG bewertete die Entscheidung der Uni am Dienstag für richtig. Die Regelung der Prüfungsordnung sei „wirksam“, hieß es. Die Richter nannten als wesentliche Argumente: Die Regelung verletzte nicht das Recht auf Freizügigkeit, „weil sie eine Fortsetzung des Studiums durch Anerkennung der ECTS-Punkte ermöglicht“. Umrechnung und Anerkennung von Noten, die von anderen Hochschulen vergeben wurden, seien ausgeschlossen. Es entstehe deshalb aber „kein Hindernis“, so wurde weiter erklärt, „das geeignet ist, die Studenten von der Wahrnehmung ihres Freizügigkeitsrechts abzuhalten“.

Eine Revision hat das OVG nicht zugelassen. Der Student könnte aber noch Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichts beim Bundesverwaltungsgericht einlegen (Aktenzeichen: 14 A 741/21).

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