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Die Auswirkungen des Coronavirus

Uni startet planmäßig, UKM stockt Kapazitäten auf

Münster

Ab kommender Woche kann die Uniklinik deutlich mehr Coronavirus-Tests durchführen als bisher – falls dies erforderlich sein sollte. Universität und Fachhochschule haben derweil angekündigt, dass Lehrveranstaltungen wie geplant stattfinden sollen. Das gilt auch für den Send.

Martin Kalitschke

Das Coronavirus hat auch in Münster bereits Auswirkungen. Foto: dpa

Ab kommender Woche können an der Uniklinik deutlich mehr Coronavirus-Tests durchgeführt werden als bisher. Die neuen, leistungsfähigeren Maschinen seien bereits an der Uniklinik eingetroffen, berichtet der Leiter des Instituts für Molekulare Virologie, Direktor Prof. Dr. Stephan Ludwig. Bei Bedarf könnten ab 9. März täglich zwischen 500 und 700 Proben untersucht werden.

Zugleich hat das UKM einen Dienstreisestopp für „systemrelevante Mitarbeiter“ verhängt, so Ludwig. Es handele sich dabei um „eine reine Vorsichtsmaßnahme“, um für Eventualitäten gewappnet zu sein.

Semester soll wie geplant starten

Unterdessen hat ein Sprecher der Universität klargestellt, dass das Sommersemester wie geplant am 6. April starten soll. Auch an der Fachhochschule (FH) sollen alle Lehr- und Weiterbildungsveranstaltungen regulär stattfinden. Dienstreisen nach China, Südkorea und in den Iran sowie in weitere, vom Robert-Koch-Institut definierte Risikogebiete werden an der FH bis auf weiteres nicht genehmigt.

Info-Hotline der Stadt

Die Hotline des Gesundheitsamtes, an die sich Bürger mit Fragen rund um das Coronavirus wenden können, ist am Mittwochmorgen freigeschaltet worden. Sie ist unter 0251 492 10 77 montags bis mittwochs von 8 bis 17 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr erreichbar.

Veranstaltungen, die nicht dem Studien- und Weiterbildungsbetrieb zuzurechnen sind und die sich an die Öffentlichkeit oder Hochschulexterne richten, werden hingegen ab sofort abgesagt, berichtet die Fachhochschule. Diese Regelung gelte zunächst für Veranstaltungen, die bis zum 31. März geplant waren.

Prof. Dr. Stephan Ludwig leitet das Institut für Molekulare Virologie an der WWU. Foto: Matthias Ahlke
Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels

Das Rektorat der Universität hat am Mittwoch ebenfalls alle öffentlichen Veranstaltungen außerhalb des Lehrbetriebs bis Ende März abgesagt. Diese Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht: „Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um den Lehrbetrieb nicht zusätzlich zu gefährden und die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen“, betont Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels. Von den Absagen ist unter anderem die Kinder-Uni am 13. März betroffen. Die Universität hat nach eigenen Angaben einen Kommunikationsstab eingerichtet, der regelmäßig die Lage analysiert und Maßnahmen entwickelt, um Übertragungen und Infektionsketten weitestgehend zu verhindern.

Send soll wie geplant stattfinden

Nicht nur der Wochenmarkt auf dem Domplatz soll weiter wie geplant stattfinden – auch der Frühjahrssend, der am 14. März beginnt, ist nach derzeitigem Stand nicht von einer Absage bedroht. Dies gab der Leiter des Krisenstabes der Stadt Münster, Stadtrat Wolfgang Heuer, am Mittwoch bekannt. „Ich sehe hier keine Gefährdung für den einzelnen Besucher“, so Heuer.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Das Gremium tagte bereits zum zweiten Mal in dieser Woche, die nächste Sitzung ist für Freitag geplant. Erstmalig waren Vertreter von Polizei, Kassenärztlicher Vereinigung, Medizinischer Fakultät und Stadtwerken dabei. Man habe über die „verschiedensten Lagebilder“ gesprochen, so Heuer. Unter anderem sollen beim Umgang mit der Epidemie verstärkt Schulen und Kindertagesstätten über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten werden. „Wir gehen die Herausforderungen mit großer Ernsthaftigkeit an und kooperieren mit wichtigen Einrichtungen und Institutionen, auch in der Region“, betonte Oberbürgermeister Markus Lewe. „Dabei setzen wir auf umfassende, sachliche Informationen, die den Bürgern ein angemessenes Verhalten ermöglichen sollen.“

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