1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Uniklinik-Beschäftigte: Streik bis Tarifvertrag fix ist

  8. >

Krankenhäuser

Uniklinik-Beschäftigte: Streik bis Tarifvertrag fix ist

Essen/Münster

Seit Wochen wird an den sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen gestreikt. Das Ziel der Beschäftigten ist ein "Tarifvertrag Entlastung". Nun steht fest: Bis dieser unterzeichnet ist, wird weiter gestreikt.

Von dpa

Ein Beschäftigter trägt bei einem Warnstreik eine Warnweste von Verdi. Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild

Im seit Monaten andauernden Kampf um bessere Arbeitsbedingungen beklagen die Beschäftigten der sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen eine mangelnde Kooperationsbereitschaft und zermürbende Hinhaltetaktik der Arbeitgeber. „Die Kolleginnen und Kollegen sind entschlossen, so lange zu streiken, bis ein Tarifvertrag Entlastung unterzeichnet ist“, kündigte die zuständige Verdi-Sekretärin im Bezirk Ruhr-West, Katharina Schwabedissen, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Streikzelt am Uniklinikum Essen an

Nach zwei Verhandlungsrunden gebe es zumindest die grundsätzliche Übereinkunft, dass es für die sechs Unikliniken in Münster, Bonn, Aachen, Köln, Düsseldorf und Essen einen Tarifvertrag Entlastung geben wird, betonte Verdi. Allerdings seien noch Hindernisse zu überwinden. Es herrschten offenbar sehr unterschiedliche Auffassungen der Parteien darüber, wie die konkrete Ausgestaltung eines Tarifvertrags mit einer verbindlichen Personalbemessung für die einzelnen Bereiche aussehen solle.

"Nur leere Versprechungen der Arbeitgeber"

«Dass wir streiken, ist reine Notwehr», sagte eine Intensivpflegerin der Essener Uniklinik. «Niemand von uns streikt gerne. Bisher gab es aber nur leere Versprechungen der Arbeitgeber. Und ohne Streik nimmt uns niemand wahr.» Schwabedissen betonte: «Die Streiks sind keine Freizeitbeschäftigung. Den Beschäftigten geht es darum, die Patientinnen und Patienten gut versorgen zu können, ohne selbst wegen Überbelastung krank zu werden. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber jetzt schnell, fair und ernsthaft verhandeln.»

Die Beschäftigten der sechs NRW-Uni-Kliniken sind seit drei Wochen mehr oder minder dauerhaft in einem Erzwingungsstreik für einen Tarifvertrag Entlastung. Sie fordern laut Verdi verbindliche Personalbemessungen für alle Arbeitsbereiche an den Krankenhäusern und einen Belastungsausgleich für unterbesetzte Schichten.

Es fehlen Pflegekräfte

Am 20. Mai fand nach einem abgelaufenen 100-Tage-Ultimatum und 16 Tagen Streik eine erste Verhandlung zwischen der Gewerkschaft und den Vorständen der Unikliniken statt. Einen weiteren Termin gab es am Dienstag. Den Beschäftigen geht das alles zu langsam. Ein weiteres Treffen war laut einem Verdi-Sprecher noch nicht in Sicht. Für das Ziel der Beschäftigten gibt es auf der Arbeitgeberseite durchaus Verständnis. Allerdings fehlten am Markt weiterhin insbesondere Pflegekräfte, argumentieren sie.

Startseite
ANZEIGE